Söhne Mannheims & SWR Sinfonieorchester - Zwischenräume: Zweiklang im Einklang

Obwohl das neue Album der Söhne Mannheims, "Iz on", erst 2008 erscheinen wird, waren die Söhne Mannheims seit Anfang des Jahres auf kleiner Club-Tour durch Deutschland und die europäischen Nachbarländer unterwegs. Nach Abschluss dieser Tour, wurde eine weitere Mini-Tour angesetzt, dieses Mal aber mit dem SWR Sinfonieorchester Baden Baden / Freiburg. Diese Tour, die lediglich sechs Termine umspann, endete am 17. März in der Heimatstadt der 14 Söhne. Ausverkauft war Mannheims SAP Arena für diesen Termin natürlich blitzschnell.
Das Konzept dieser Tour sah vor, dass die acht Musiker der Söhne gemeinsam mit den 90 Sinfonikern Lieder der Söhne Mannheims und klassische Kompositionen von Mozart, Schostakowitsch, Ligeti und Anderen im Wechsel spielen würden. Die fließenden Übergänge zwischen einigen Songs, wurden zusätzlich von Dirigent Fabrice Bollon komponiert. Dieser zeichnete sich, gemeinsam mit Söhne-Chef-Komponist Michael Herberger, außerdem für das gesamte Arrangement verantwortlich. Prinzipiell ein wirklich gutes Konzept, dass leider nicht zur vollen Geltung kam. Schon nach den ersten Tönen war klar, dass die Musik nur höchst unzulänglich verstärkt wurde. Das Orchester war lediglich im Hintergrund zu hören, völlig Kraftlos, ohne Dynamik und Energie. Die Musik, die von 90 Sinfonikern ausgeht, ist normalerweise in der Lage, den Hörer vollkommen einzuhüllen, ihm das Gefühl zu geben, mittendrin zu sein. Dies fehlte hier leider völlig. Daher war es vollkommen unumgänglich, dass während den ersten vier Liedern die "Lauter"-Rufe immer penetranter wurden. So fühlte sich Xavier Naidoo letztlich gezwungen, doch einmal auf seine Fans einzugehen, was er, leider wenig souverän, nur mit ein paar läppischen Witzen tat. So konnte die Lage natürlich nicht beruhigt werden, und die Rufe gingen weiter. Offensichtlich beschlossen die Musiker daraufhin, die Pause etwas vorzuziehen. So kam es schon nach knapp 50 Minuten zur Unterbrechung der insgesamt zweieinhalbstündigen Show. Nach der Pause war der Klang glücklicherweise um einiges voller, wenn auch noch immer fern von perfekt. Nichtsdestotrotz war es nun einfacher, die Musik des Orchesters zu genießen. Nun fielen, neben einigen Zuschauern, die die Klassik-Stücke mit unpassenden Rufen störten, nur noch Xaviers politisch/weltverbesserlichen Reden zwischen einigen Stücken leicht negativ auf, die, zwar gut gemeint, meist etwas kitschig und oberflächlich wirkten.
An der Arbeit der Musiker konnte im Laufe des Konzerts jedoch nichts ausgesetzt werden. Sowohl Band und Orchester, als auch die Sänger konnten absolut überzeugen. Überraschend war, das mit "Geh davon aus", "Vielleicht" und "Und wenn ein Lied" gleich drei der größten Hits der Söhne Mannheims nicht den Weg in die Setlist fanden. Vom zweiten Album "Noiz" wurden lediglich "Babylon system", "Can you feel it?" und "Ich geh mit dir" gespielt. "Zion" war mit "The power of the sound", "Jah is changing all", "Komm' heim", "Armageddon" und "Meine Stadt" vertreten. Letzteres natürlich ein Muss bei einem Konzert in Mannheim.
Last Update:
18.03.2007
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