Robbie Williams - Close encounters Tour 2006 in Köln

 

 

Die Vorraussetzungen für einen gelungenen Konzertabend standen für diesen Auftritt von Robbie Williams von Anfang an sehr gut: Die beiden Konzerte auf den kölner Jahnwiesen wurden als einzige Konzerte in Deutschland angekündigt, wodurch die Tickets so begehrt waren, dass man am Vorverkaufsstart einen ganzen Tag am Kartenhäuschen anstehen musste, um zwischen 0 und 1.30 Uhr Nachts (Die Zeit, in der die 160000 Karten ausverkauft waren!) eine Karte zu ergatttern. Nicht so für uns! Wir konnten uns über einen Verbindungsmann beim Konzertveranstalter schon vor Vorverkaufsbeginn, und vor allem vollkommen ohne schlangestehen, unsere Karten sichern.

Das Glück blieb uns dann auch fast ein Jahr später am eigentlichen Konzerttag treu. Morgens um 11 Uhr auf dem Konzertgelände erschienen, sicherten wir uns nach knapp zehnminütiger Wartezeit ein Bändchen für den vordersten Bereich vor der Bühne. Und so konnten wir beruhigt wieder nach Hause radeln, um dann kurz nach 17 Uhr, also zur ersten Vorband, wieder zum Stadion zu kommen, und schnurgerade in die ersten Reihen zu laufen. Letztlich standen wir auf diese Weise, ohne auch nur einmal angestanden zu haben, im Bereich zwischen der Bühne und dem Steg mit der kleinen Insel, nur wenige Meter von beidem entfernt. - Mal wieder alles richtig gemacht!

Die erste Vorband, die Kalifornische Rockband Orson, betrat pünktlich 18.30 Uhr die Bühne, um im leichten Nieselregen für eine halbe Stunde zu spielen. Ihre Songs kamen beim Publikum sehr gut an, und konnten die Laune, die bei einigen aufgrund stundenlangen Wartens und dem nicht sehr guten Wetter etwas getrübt war, wieder etwas anheben. Vorband nummer zwei, die Basement Jaxx, konnten die Stimmung dann von 19.35 Uhr bis 20.20 Uhr mit ihrem Mix aus Electronic und Big Beat Rhythmen so richtig zum kochen bringen. Dabei überzeugten sie nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch durch die tolle Show, die sie den Zuschauern lieferten.

Der Star des Abends, der sich selbst als "Mr. Robbie Williams, international Popstar" vorstellte, betrat mit wenigen Minuten Verspätung um kurz nach 21 Uhr die Bühne. Wie bei dieser Tour üblich, kam er von unten aus der Insel geschossen. Der neue Opener "Radio" kommt leider in keinster Weise an das gute alte "Let me entertain you" heran. Dies ist allerdings das Einzige, was musikalisch am Konzert auszusetzen ist. Als Robbie die 80000 Fans dann ein paar Mal "Fuck the rain" rufen ließ, hörte der Nieselregen nur wenige Minuten später tatsächlich auf, und fing für die Dauer des Konzerts auch nicht mehr an. So einfach geht das also... Weiter ging es im Programm. Die alten Hits wurden so ziemlich alle gespielt, lediglich "Kids", "No regrets" und "She's the one" fanden ihren Weg nicht mehr in die fast zweistündige Setlist. In der Mitte fand ein kleiner Swing-Block platz, in dem Robbie und Jonathan "Troy" Wilkes die Songs "Me and my shadow" vom "Swing when you're winning" Album, "Strong" und den Bee Gees Klassiker "Staying alive" zum besten gaben. Außerdem gab es das übliche Ball-Weitschießen zwischen den Beiden, dass Robbie in Köln mit nicht ganz fairen Mitteln (Zuschauerentscheiden) gewinnen konnte. Das Robbie sich mit seinen alten Weggefährten von Take That wieder einigermaßen versöhnt hat, wurde durch seine Interpretation von "Back for good" belegt, dass er nicht mehr in einer Punk-Version, sondern, nah am Original, als Ballade spielte. Auf diese Weise wird zwar Take That, und vor allem Songwriter Gary Barlow Respekt gezollt, die Punk-Version kam allerdings deutlich dynamischer rüber. Als Teil der Zusage, die mit "Let me entertain you" eröffnet wurde, spielte Robbie Williams seine neue Single "Rudebox", die vielleicht die größte Enttäuschung des Abends gewesen sein dürfte: Robbie als Rapper, vor der wohl dreistesten Schleichwerbung in der Geschichte von Musikkonzerten (Passend zur nervigen Telekom Werbung von 16 bis 21 Uhr), kann wahrscheinlich allerhöchstens die Hardcorefans überzeugen.
Was das Konzert von einem sehr guten zu einem überragenden machte, war die Show von Robbie selbst. Er konnte einmal mehr unter Beweis stellen, dass er nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein toller Entertainer ist. Dem Konzert-Motto "Close encounters" wurde durch einen engen Draht vom Sänger zu den Fans durchaus Rechnung getragen. Seine in traurigem Tonfall angekündigte Nachricht, dass er nun schon seit 6 Jahren keine Freundin mehr hatte, wurde von den weiblichen Fans mit einer Mischung aus Mitleid und Angeboten beantwortet. Letztere lehnte Robbie dann aber schnell mit den Worten ab "Oh no, it's ok! I get a blowjob every night!". Nach dieser Enttäuschung für die Damen, gab es dann aber auch für Robbie selbst einen kleinen Dämpfer, als ein weiblicher Fan auf seine Frage, ob sie Take That gut fand, nur den Kopf schütteln konnte. Er selbst wiederum kommentierte ein Fan-Plakat mit der Aufschrift "We want to meet you backstage" spontan mit "But there is nobody backstage. I'm here, ON stage! - The thing is: If you go backstage, you'll miss the whole show! I'll sing Angels later on!".

Mit toller Musik und einer überragenden Show drumherum konnte Robbie somit letztlich alle 80000 Fans begeistern, und die knapp 120 Minuten gingen wie im Flug vorbei. Insgesamt also ein vollkommen gelungener Tag!

 

 

Last Update: 12.08.2006
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Kommentare zu diesem Artikel


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Name: Puschel
Kommentar:
Ziemlich treffender Bericht! Ich war auch mehr als begeistert von dem Tag...kein Wunder...fast erste Reihe, Robbie in greifbarer Nähe und das alles für 60 Euro (An dieser Stelle einen Dank an meinen Schatz!!)! Ich würd`s immer wieder tun :)


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