Panteón Rococó – European Tour 2010
01.06.2010 - Zakk
Wieder einmal befindet sich die zwölfköpfige Mestizo-Band Panteón Rococó auf Tournee, und da darf natürlich auch ein Stop im düsseldorfer Zakk nicht fehlen. Wie schon in den Jahren zuvor stattet die Band der Stadt einen Besuch ab. Der Bühnenaufbau hat sich in den letzten Jahren schon einmal deutlich weiterentwickelt. Stand die Gruppe vor drei Jahren noch relativ alleine mit ihren Instrumenten auf der ansonsten leeren Bühne, wird sie jetzt mit einem schwarzen Hintergrund mit dem neuen Panteón-Logo geschmückt und allerhand Technik steht da oben herum.
Beginn der Show sollte 20:30 Uhr sein, tatsächlich betritt die Band gegen 21:20 Uhr die Bühne, wie üblich ohne Vorband. Den Anfang macht in diesem Jahr der Klassiker „Curame“ des Debutalbums „A la izquierda de la tierra“, dann folgt bereits der erste neue Song, „Democracia fecal“, der mit einigen Rap-Passagen überrascht. Überrascht insofern, dass das neuen Album, im Februar erschienen, noch immer nicht auf dem europäischen Markt erhältlich ist, nicht einmal hier am Merchandise Stand des Konzertes. Ab „Triste realidad“ geht es dann zum ersten Mal richtig ab und der erste große Höhepunkt wird etwa in der Mitte der Setlist mit „Acambe de matar“ und dem Klassiker „Dime“ erreicht. Der EZLN-Song „Marcos hall“ leitet die kurze ruhige Phase des Konzerts ein. Die Verbindung der Band zur mexikanischen Freiheitsbewegung wird in diesem Jahr ohnehin wieder stärker betont: Schon am Eingang des Zakks hängt ein Informationsblatt zu den Aktivitäten der Zapatisten, und die Bühne ist zweifach mit dem Logo der Gruppierung geschmückt. Mit „La distancia“ und „Seguir bailando“ endet das reguläre Set, wobei Dr. Shenka nicht einmal die Bühne verlässt, sondern sich nur darüber wundert, dass die Kollegen gehen, um sie dann mit Hilfe der Fans zurück zu rufen. Die erste der zwei, jeweils aus drei Songs bestehenden, Zugaben, endet mit dem größten Hit der Band „La dosis perfecta“, wie üblich in der rund sechs minütigen Version. Für die zweite Zugabe bleiben schließlich die beiden Kracher „Esta noche“ und „La carencia“ von „Compaņeros musicales“. Eröffnet wurde diese letzte Zugabe aber mit dem Lied „Das Herz von St. Pauli“ in einer spanischen Version. Offenbar hat der Band ihr Auftritt auf der Hundertjahrfeier des Vereins sehr gut gefallen. Dies zeigte sich neben der Performance dieses Songs auch darin, dass einige Bandmitglieder mit St. Pauli und Ärzte T-Shirts die Bühne betraten.
Insgesamt spielten Panteón ein volles Programm von über zwei Stunden, in dem lediglich die kurze ruhigere Phase gegen Ende des regulären Sets Zeit zum verschnaufen gab. Dabei ging die Band genauso ab wie die Fans, wobei die Headbanging-Einlage von Missael mit einem Schwindelanfall endete, den Dr. Shenka mit „This is the reason wie don’t play heavy-metal“ kommentierte. Für die Band wurde eine kurze Unterbrechung durch eine Melodie auf der Trompete signalisiert. Spielte Pascal diese zwischen den Songs an, hoben alle Bandmitglieder den Becher, und tranken nach einem kräftigen „Salud! Salud! Salud!“. Ansonsten ging es genauso ab, wie man es von einem Panteón Konzert kennt und erwartet.

Last Update:
03.06.2010
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