Nine Inch Nails - Performance 2007

 

 

Bei Wikipedia werden Trent Reznor und seine Nine Inch Nails als "one of modern rock's most perennially exciting live acts" bezeichnet. So etwas lässt die Erwartungen natürlich ansteigen. Die Aussicht, im Anschluss an das Konzert für ca. drei Stunden am Dortmunder Bahnhof festzusitzen, bevor endlich wieder ein Zug nach Düsseldorf fahren würde, erhöhte die Ansprüche an das Konzert noch einmal. Sowas muss es schließlich erst einmal wert sein.

Die Westfalenhalle 2 (Eine der kleinsten Hallen im Westfalenpark) war höchstens zur Hälfte gefüllt, als die Vorband Ladytron die Bühne betraten. Die Electro-Band aus England spielte die üblich halbe Stunde, konnte allerdings nicht wirklich überzeugen. Der Sound der Band hatte zwar durchaus etwas Interessantes an sich, im Großen und Ganzen blieben die Songs aber meist zu eintönig.

Die halbe Stunde, die normalerweise für den Set-Umbau zwischen dem Opener und der Hauptband eingeplant wird, wird nur selten eingehalten. In diesem Fall allerdings begann die Show der Nine Inch Nails absolut pünktlich. Die Band betrat die dunkle, vollkommen in Nebel gehüllte Bühne zu den ersten Klängen von "Love is not enough". Zwei Songs später folgte mit "March of the pigs" das erste große Highlight des Abends. Der ohnehin kraftvolle Song entwickelte Live noch einmal eine deutlich stärkere Dynamik und Energie. Dazu kommt ein Trent Reznor, der von links nach rechts rennt, den ein oder anderen Mikrofonständer umschlägt, und zum Schluß seine Gitarre wegwirft. Mit Mikrofonständern und Gitarren wurde im Verlauf des Konzertes ohnehin nicht wirklich glimpflich umgegangen. Trent Reznor stand mal nur als Sänger auf der Bühne, mal mit Gitarre, mal am E-Klavier, und bot so zumindest einen kleinen Einblick in sein Können als Multiinstrumentalist. Nachdem sich die Band für fast 90 Minuten durch die Karriere der NIN gerockt hatte, folgten die Zugaben. Der Übergang war allerdings relativ fließend, da es einerseits keine wirkliche Verabschiedung gab, und die Bühne zudem nur so kurz dunkel blieb, bis die Roadies ein Keyboard an den vorderen Bühnenrand gestellt hatten. An diesem begann Trent daraufhin die Zugaben mit einer hervorragenden Version von "Hurt". Um die Fans dann aber nicht mit einer depressiven Stimmung nach Hause zu schicken, legte die Band noch die Kracher "The hand that feeds" und "Head like a hole" nach, um das Konzert so nach ca. eindreiviertel Stunden abzuschließen.

Musikalisch erfüllten die fünf Musiker alle Wünsche, die man haben konnte. Dazu kam eine herausragende Licht- und Nebel-Show, die für eine zur Musik passende Atmosphäre sorgte, sowie eine überragende Performance der Musiker, allen voran Gitarrist Jeordie White und vor allem Trent Reznor selbst. Der Anspruch der Band war es, den deutschen Fans zu zeigen "what Nine Inch Nails really are about", da sie ja sonst nur hierher kommen würden um auf "shitty Festivals in the middle of Nowhere with other shitty Bands" zu spielen.
Nach diesem Konzert dürfte allen klar sein, was die Nine Inch Nails ausmacht.

...und einen Zug nach Düsseldorf haben wir dann auch noch erwischt.

 

 

Last Update: 16.03.2007
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