Marilyn Manson - Rape the World Tour 2007 in Dortmund

Gute drei Jahre nachdem sich Manson aus dem Musik-Geschäft zurückgezogen hatte, wurde 2007 doch ein neues Album, "Eat me drink me", veröffentlicht. Im Rahmen der zugehörigen "Rape the world" Tour kam er endlich auch wieder einmal nach Deutschland.
Ebenso wie Label-Kollege Trent Reznor kam auch Manson nach Dortmund, allerdings in die große Westfalenhalle 1. Mit dem Konzert von Reznor und seinen Nine Inch Nails hatte dieses Konzert außerdem gemeinsam, dass eine Frauengruppe als Vorband dabei war, und dieses alles andere als überzeugend war. Die Cobra Killers, eine deutsches Duo, wurde schon nach dem ersten Song (Irgendwas über eine Ledercouch...) ausgebuht. Im Laufe der halbstündigen Show gaben sich die beiden mit einer guten Bühnenperformance zwar große Mühe, die Musik war aber einfach zu schlecht, so dass sie während ihres Auftritts mit Buhrufen, Mittelfingern und mit dem Rücken zur Bühne stehenden Manson-Fans bedacht wurden.

Der Meister selbst ließ sich viel Zeit. Erst um halb 10 betrat er mit seiner Band die Bühne. Dann lieferte er ziemlich genau eine Stunde lang ein paar seiner Klassiker, immer wieder durchsetzt mit Songs des aktuellen Albums. Während die Songauswahl also überzeugen konnte, konnten es der Sound und die Showeffekte nicht wirklich. Teilweise war alles zu leise, meist aber zumindest Mansons Stimme. Von der sonst so pompösen Show bei Manson-Konzerten war auch nicht viel zu sehen. Ein paar kleinere Kleiderwechsel und zweimal Konfettiregen, davon einmal zum Song "The dope show", bei dem es auf der großen Leinwand im Hintergrund der Bühne auch viele bunten Pillen und Tabletten regnete, und ein riesen Leuchtschild mit "DRUGS" aufleuchtete... Die Jugendschützer würden sich überschlagen.

Zum Schluss gab es noch
einen ca. 3,50 Meter hohen Stuhl auf der Bühne. Das war es dann aber auch
an Special-Effects. Und auch wenn das für so manchen Musiker schon sehr
viel wäre, ist es für ein Marilyn Manson Konzert sehr wenig. Mansons
Interaktion mit den Fans beschränkte sich zudem auf gelegentliche "Deutschläänd"-Rufe.
Nach einer Stunde verließ die Band dann die Bühne um noch zweimal
zurück zu kommen. Allerdings jeweils nur für ein Lied. Insgesamt ging
das Konzert also eine Stunde und zwei Lieder. Nicht gerade das also, was man
vom einem Konzert einer Band erwartet, die einen so guten Ruf als Live-Band
inne hat.
Erschwerend kamen, zumindest für die, die nicht in den ersten drei Reihen
standen, die schlechten Sichtverhältnisse hinzu. Die Bühne war nicht
sehr hoch, und Manson saß oder kroch meist auf ihr herum, so dass man
ihn nicht besonders oft zu Gesicht bekam. Dazu kam in unserem speziellen Fall
auch noch eine ca. drei Meter große Frau, die sich natürlich genau
vor uns stellte.
Das Konzert konnte also leider nicht überzeugen. Lediglich die Songauswahl war wirklich gelungen, alles drumherum, allem vorran die Gesamtlänge, war dagegen enttäuschend. Das einzige positive, was der Kürze des Konzerts abzuringen war, war dass wir noch die letzte S-Bahn nach Düsseldorf erwischt haben. Immerhin etwas.

Setlist:
1. If I was your vampire
2. Disposable teens
3. You and me and the devil makes three
4. Irresponsible hate anthem
5. mOBSCENE
6. Sweet dreams (are made of this)
7. Putting holes in happiness
8. Just a car crash away
9. Rock is dead
10. Heart-shaped glasses
11. Tainted love
12. The dope show
13. Great big white world
14. The fight song
15. The beautiful people
16. Are you the rabbit?
Last Update: 05.07.2007
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