Herbert Grönemeyer - Zwölf Tour 2007 in Köln

 

 

Geht man zu einem Konzert von Herbert Grönemeyer, setzt man im Allgemeinen hohe Erwartungen in den Sänger. Dies nicht alleine, weil er wohl der größte deutsche Sänger ist, sondern auch, weil sich die Kritiker zu seinen Tourneen regelmäßig in ihrer Begeisterung überschlagen. Auch bei der 2007er Tour zum Album "12" konnte man nach dem Konzertauftakt in Leipzig nur positives in den Print- und Audiovisuellen Medien entdecken. Entsprechend hoch sind also die Erwartungen.

Das Konzert begann pünktlich um 19 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt, als der "Special Guest" Clueso die Bühne des Stadions betrat, stand ich draußen vor dem Stadion, da die eine Freundin wegen der Arbeit nicht früher kommen konnte, und der eine Bruder einfach nur so eine halbe Stunde zu spät kam. Und auch, wenn es nicht möglich war wirklich viel zu verstehen, konnte ich doch hören, dass der junge Thüringer die Bühne um halb Acht pünktlich wieder verließ.

Um 20 Uhr nahmen wie dann endlich unsere Plätze auf dem Oberrang der Westtribüne ein. Glücklicherweise nahm die Umbaupause in diesem Fall nicht die sonst übliche halbe Stunde, sondern eine ganze Stunde in Anspruch. Herbert betrat also erst um 20:30 Uhr die Bühne. In dieser Minute schlug die auf die Rückwand der Bühne projezierte Uhr Zwölf. Der Sänger schritt winkend den ca. 50 Meter langen Steg in die Mitte des Stadions entlang, plazierte sich dort am Flügel und eröffnete das Konzert mit "Leb in meiner Welt". Zwar wurde Herbert mit stürmischem Beifall begrüßt, so richtig zu kochen begann die Menge dann aber erst bei den Klassikern. Angefangen bei "Musik nur wenn sie laut ist", und am ersten Höhepunkt beim Doppelpack "Bochum" und "Alkohol". Im Laufe des Konzerts glänzte Grönemeyer nicht nur als Sänger und Pianist, er ließ auch unbeschreiblich elegant und graziös die Hüften kreisen, und wagte sich für "Die Spur" sogar an die Gitarre. Er selbst sprach davon, dass er nicht nur "unglaublich gut tanzen", sondern auch "fantastisch Gitarrenspielen" kann. Fügte allerdings auch an, dass die Gitarre eigentlich nur sehr gut bei Frauen ankommt, und sein Spielen sowieso im Klang der Band untergehen würde. Recht hatte er. Knapp anderthalb Stunden mischten Herbert und die Band Klassiker mit neuen Songs, bis sie um ca. 22 Uhr zum ersten Mal die Bühne verließen. Selbstverständlich konnten sie es bei diesen 90 Minuten nicht belassen, und auch nicht bei den 115 Minuten nach der ersten Zugabe, oder den 150 Minuten nach der Zweiten. Erst nach drei Zugaben und knappen drei Stunden wurde das Konzert gegen 23:25 Uhr beendet. Kurz zuvor brachte der WM-Hit "Zeit, dass sich was dreht" das Stadion noch einmal so richtig zum kochen. Nicht nur, weil die Samba-Rhythmen das Sommer- und WM-Gefühl zurückbrachten, auch weil Grönemeyer das Publikum, geteilt in Links und Rechts, den Refrain gegeneinander aussingen ließ.

Die einzig negativen Aspekte des Konzerts gingen weder auf Rechnung Grönemeyers, noch der Band oder irgendeinem Teil der Crew. Negativ war einerseits die Sitzposition im Oberrang, wo Klangqualität und Stimmung naturgemäß ein ganzes Stück unter dem Innenraum liegen, andererseits ist es durchaus erstaunlich, dass man von Konzert zu Konzert immer wieder neben nervigen Sitznachbarn sitzt oder steht. So auch bei Grönemeyer, wo der euphorische Fan, auf dem Sitz unmittelbar hinter deinem, und damit dicht an deinem Ohr, dir das Trommelfell in Fetzen pfeifft, und der nächste Sitznachbar mit bemerkenswertem Insiderwissen erklärt: ""Halt mich" - Kennst du das? Das ist super schön!". Aber wie gesagt, dafür kann der Gute Herbert nun wirklich gar nichts. Grönemeyer und seine Band begeisterten mit drei Stunden exzellenter Musik, Entertainerqualitäten zwischen den Stücken und einer Lichtshow, die eine wunderschöne Athmosphäre ins Stadion brachte.



 

 

Last Update: 21.06.2007
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Kommentare zu diesem Artikel


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Name: Verena
Kommentar:
Ja, Recht hast du!
Ein Riesenkonzert!
Schade, dass die eine Freundin so spät kam, Clueso hätte ich auch gern gesehen.
Und Sitznachbarn sind echt manchmal blöd, vor allem, wenn sie pfeifen, Pfeifen rauchen oder so schräg mitsingen wie ich *harhar*.
Sehr schönes Konzert mit einem Herbert in Hochform.
Ich hab dich lieb, Herbert.
Übrigens, auch ein voll schönes Lied ;-)


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