Helloween / Gamma Ray / Axxis - Hellish Rock 07/08

Kai Hansen ist der Urvater des deutschen Power-Metals. 1984 gründet er Helloween, 1988 Gamma Ray. Beide sind heute die erfolgreichsten deutschen Bands des Genres, und auch weit über die Grenzen der Republik bekannt. Die Hellish Tour gibt dem Gitarristen und Sänger nun die Gelegenheit, beide Projekte zu vereinen.
Axxis wurden 1988 als Hard Rock Band gegründet, sind mittlerweile jedoch eher im Melodic Metal anzusiedeln. Schon 2006 spielten sie als Vorband für Helloween. Von der 88'er Besetzung ist heute lediglich Sänger Bernhard Weiß übrig. Die Band begann ihre Show kurz nach 19 Uhr. Die rumänische Sängerin Lakonia ist weiterhin mit von der Partie und liefert mit Weiß die Duette der letzten beiden Alben. Insgesamt 45 Minuten spielte die Band und machte Lust auf mehr.
Der erste der beiden Headliner, Gamma Ray, startete um viertal nach Acht. Auch bei dieser Band ist mit Hansen lediglich ein Gründungsmitglied auch heute noch mit von der Partie. Mit Bassist Dirk Schlächter stand allerdings zumindest noch ein Mann der zweiten Stunde auf der Bühne. Für eine Stunde lieferte die Band so ziemlich alles, was man von ihr erwartete: Reichlich Hits, starken Power Metal und gelegentlich ging es auch einmal zum Speed Metal über. Kai Hansen war dabei sichtlich gut gelaunt und hatte wahrscheinlich genauso viel Spaß am Auftritt, wie die Fans vor der Bühne. Letztere waren die lautstarken Zeugen davon, dass hier drei Metal-Dinosaurier auf der Bühne standen. Uniform standen dort über 2000 typische 80er Jahre Metalheads, die auch heute noch an ihren in der Badewanne passend gemachten Jeans, ihren Patchkutten, den schwarzen Bandshirts und selbstverständlich vor allem an den langen Haaren festhalten.
Um 21.45 Uhr war es dann
Zeit für den Headliner unter den beiden Headlinern. Helloween betraten
die Bühne, die ganz im Stil des aktuellen Albums "Gambling with the
devil" mit großer Teufelsstatue und Runenrad dekoriert war. Betrachtet
man das Lineup der Band, stellen sich Helloween als konstanteste Gruppe des
heutigen Abends heraus, denn immerhin standen hier noch ganze zwei Gründungsmitglieder
auf der Bühne: Bassist Markus Grosskopf und Gitarrist Michael Weikath.
Dies wurde allerdings leider damit ausgeglichen, dass mit Kai Hansen und Michael
Kiske auch zwei ehemalige Mitglieder schmerzlich vermisst wurden. Gerade Sänger
Andi Deris ist bei weitem kein Ersatz für Kiske, was natürlich besonders
bei Klassikern wie "Dr. Stein" deutlich wird, bei dem Deris im Refrain
nicht in der Lage ist, die Tonlage soweit zu erhöhen, wie es Kiske getan
hat. Für "Eagle fly free" überließ Deris das singen
des Refrains gleich ganz dem Publikum. Im Gegensatz zu Gamma Ray tendierten
Helloween über die gesamte Spielzeit von fast anderthalb Stunden etwas
mehr zum Speed Metal.
Die letzte Zugabe sollte schließlich der Höhepunkt werden. Hansen
vereinte seine beiden Projekte, und Helloween und Gamma Ray standen gemeinsam
auf der Bühne. So wurde dann der letzte Klassiker, "I want out",
der stärkste Moment des Konzerts.
Die Vereinigung der beiden Hansen-Bands brachte schließlich genau das, was man erwartete. Die Bands lieferte ihre Show, spielte ihre Hits, und die Vereinigung am Ende was der Höhepunkt. Für viele dürfte es ebenfalls nicht allzu überraschend gewesen sein, dass Gamma Ray den stärkeren Auftritt des Abends ablieferte. Für Fans der beiden Bands, oder generell für Power Metal Fans, wurde es so zu einem sehr gelungenen Abend, ohne große Überraschungen, weder positiv, noch negativ.
Last Update:
21.01.2008
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