Bob Dylan & his Band - Tour 2005 in Oberhausen

 

 

Auf seiner "Never ending Tour" ist Bob Dylan nach drei Jahren wieder in Deutschland angelangt. Wie üblich gehört auch dieses Mal ein Stop in der König-Pilsener Arena in Oberhausen zum Programm.
Ohne Vorgruppe betrat der Meister fast pünktlich um 20 Uhr mit seiner Band die Bühne. Die Ankündigung, sowie die Begrüßung, kamen dabei von einem Ansager. Von Dylan selbst gab es, wie üblich, kein Wort und keinen Blick in Richtung Publikum. Stattdessen wurde sofort mit "Maggie's farm" so richtig losgerockt. Schon bei diesem Opener merkte man, dass man keinen der Songs an seinem Arrangement werde erkennen können. Gemeinsam mit seiner Band hat Dylan alle Songs komplett neu arrangiert. Die Musik war also vollkommen ausgetauscht. Die einzige Möglichkeit einen Song zu erkennen, war der Text. Wie üblich spielte Dylan 14 Songs und zwei Zugaben. Alle Lieder wurden dabei in schnellen und harten Blues-Rock-Versionen gespielt. Dabei zeigte sich einerseits die Brillianz von Bob Dylans Band, allesamt natürlich erstklassige Musiker, und andererseits klingt Bob Dylans mittlerweile sehr schlechte Stimme bei Rock Songs noch relativ gut, während sie bei akustischen Folk-Songs mittlerweile eigentlich kaum noch zu gebrauchen ist.

Wie schon angedeutet war Dylans Band absolut überzeugend. Vor allem Schlagzeuger George Recelli spielte überragend. Die Gitarre spielten Stuart Kimball (Lead) und Denny Freeman (Rhythm). Tony Garnier stand am Bass. Dazu kam mit Don Herron ein Mann für alles, der je nach Song zwei verschiedene Steelguitars, Geige, Banjo oder Ukulele spielte. Durch diese Instrumente erhielten einige, vor allem langsamere Songs, einen leichten Country-Einfluss. Bob Dylan selbst spielte Keyboard und Mundharmonika.

Auch Dylans typische Zurückhaltung auf der Bühne hat sich selbstverständlich nicht verändert. Er steht nicht im Zentrum der Bühne am Keyboard, wie es die anderen Frontmänner tun, sondern hinten rechts, als wäre er ein normaler Teil der Band. Bis zum allerletzten Lied warf er keinen Blick ins Publikum, und sprach auch kein Wort mit den Fans. Als er mit der Band vor der Zugabe die Bühne verließ, versammelten sich die sechs Musiker gemeinsam im Zentrum der Bühne, blickten für eine halbe Minute starr ins Publikum, und gingen dann von der Bühne. Ohne Wort und ohne Verbeugung. Erst vor dem allerletzten Song bedankte sich Dylan einmal kurz bei den Fans, und stellte in knappen Sätzen die Band vor. Das war es dann aber auch wieder. Und der endgültige Abgang erfolgte genau wie der Abgang vor den Zugaben: Ohne Worte, ohne Verbeugung.
Manch ein Fan, zum Beispiel die kleine Gruppe neben uns, fühlte sich durch diese Art offenbar beleidigt. Doch wer Dylan kennt, der kennt auch diesen Tick, und erwartet gar nichts anderes. Im Gegenteil: Diese zurückgezogene Art ist ein fester Teil von Dylans Persönlichkeit, ohne den die ganze Show nur aufgesetzt wirken würde.

 

Tracklisting:

1. Maggie's Farm
2. Tell Me That It Isn't True
3. I'll Be Your Baby Tonight
4. Lay, Lady, Lay
5. High Water (For Charley Patton)
6. To Ramona (Acoustic)
7. It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)
8. The Times They Are A-Changin'
9. Tweedle Dee & Tweedle Dum
10. Ballad Of Hollis Brown (Acoustic)
11. Highway 61 Revisited
12. Tangled Up In Blue (Acoustic)
13. Mr. Tambourine Man
14. Summer Days

Zugaben:

15. Don't Think Twice, It's All Right
16. All Along The Watchtower

 

 

Last Update: 29.06.2007
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