Curse - Einblick nach Vorne Tour 2006

 

 

Schon zum zweiten Mal ging es dieses Jahr zu einem Konzert von Curse. Anlässlich der Veröffentlichung der Mix-CD "Einblick zurück" wurden sechs Clubkonzerte zum Ende des Jahres angesetzt. Diese Mini-Tour wurde am 14.12. in der KulturFabrik in Krefeld eröffnet. Die KuFa besitzt zwei Konzerträume: Eine große Halle, für 1000+ Personen, sowie einen kleinen Club, in dem normalerweise unbekannte Bands vor maximal 300 Personen spielen. An diesem Abend allerdings, gaben sich im Club der nicht mehr ganz so unbekannte Curse und seine Kosengs die Ehre.

Die Show begann sogar fast pünktlich. Germany und Backup-MC Trauma betraten um 20.10 Uhr mit DJ Kitsune und Kool DJ GQ die Bühne. Für ca. 20 Minuten stellte Germany einige neue Songs vor, bevor er mit "Bitch" abschloss, zu dem logischerweise dann auch Reno die Bühne betrat. Dieser füllte gemeinsam mit GQ die nächsten ca. 20 Minuten, bis 20.55 Uhr. Seine Songs waren im Großen und Ganzen schon von der Sinnflut-Tour Anfang des Jahres bekannt, die Acapella-Version von "Air Force Ones", einmal mehr das unbestrittene Highlight seines Sets.
Während Reno zwischen den Songs einmal mehr als starker Entertainer glänzen konnte, machte sich bei Germany die Nervosität bemerkbar. Musikalisch klangen beide Auftritte im Prinzip so, wie man es von den beiden schon gewohnt war. Keine großen Überraschungen also, höchstens einmal abgesehen von einer ziemlich peinlichen Hookline Germanys ("Asi pack dir an den Sack denn du liebst Hip-Hop; Schnecke zeig die Titten denn du liebst Hip-Hop"). Die ohnehin schon gute Stimmung im Club konnten jedoch beide mit ihren Auftritten noch einmal weiter anheizen.

Nach diesen beiden Opening-Acts konnte Curse sich nicht mehr viel Zeit lassen. Schon wenige Minuten, nachdem Reno und GQ die Bühne verlassen hatten, wurde nach ihm lautstark gerufen und gejubelt. Bei so einer Stimmung wollte der Meister sich dann auch nicht lange bitten lassen. Fünf Minuten nach Neun betraten zunächst die DJ's und kurz danach auch Curse die Bühne. Von diesem Moment an gab es für die Fans kein Halten mehr. Die Stimmung schnellte auf den Siedepunkt, und blieb für die nächsten 100 Minuten da. Songs wie "Und was ist jetzt", für die es schon auf der letzten Tour minutenlangen Applaus gab, wurden hier nochmal ein Stück mehr gefeiert, und es war ganz offensichtlich, dass auch Curse von seinen Fans stark beeindruckt war. Etwas über eine Stunde spielten sich Curse und seine DJ's im Mixtape-Stil durch ca. 30 Songs, bis die Drei die Bühne zum ersten Mal verließen. Unnötig zu schreiben, dass die Fans sie nicht lange hinter der Bühne verschnaufen ließen. Und so ging es schnell mit der grob 30 minütigen Zugabe weiter, zu der auch die anderen drei MC's, sowie für einen Song auch Sängerin Larissa (Ebenfalls bereits bekannt von der Sinnfut-Tour), auf die Bühne kamen. Und wenn man schonmal Curse, Reno, Germany und Trauma auf der Bühne hat, bieten sich ja auch ein paar W.A.S.-Songs an. In der Zugabe wurde dann schließlich auch der Konzert-Klassiker "Lass uns doch Freunde sein" auf die Menge losgelassen, so dass diese noch einmal richtig durchdrehen konnte.
Curse stand für ca. 100 Minuten auf der Bühne, was zwar eine ordentliche Länge ist, aber noch weit weg von dem Punkt, an dem die Fans keine Lust mehr gehabt hätten. So gesehen konnte Curse sein Anfangs gegebenes Versprechen, "Keine Angst, wir hören nicht auf, bis ihr keine Lust mehr habt!", nicht ganz einhalten. Bei der Stimmung in der Halle, hätte er jedoch wahrscheinlich auch seine nächsten Tour-Termine verpasst, hätte er versucht, es zu halten. Und so sei ihm dies verziehen.

Kleine Clubkonzerte von etablierten Künstlern hatten schon immer einen ganz besonderen Reiz. In gemütlicher Atmosphäre ist die Stimmung meist besser, als in einer großen Halle, und auch den Musikern macht es durch die Nähe zu den Fans deutlich mehr Spaß. Das Curse Konzert in der KuFa war ein Vorzeigefall für diesen Effekt. Stimmung und Atmosphäre waren herausragend, Fans und Musiker feuerten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Insgesamt also ein sehr gelungener Konzertabend, der alle Erwartungen erfüllen konnte.

 

 

Last Update: 18.12.2006
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