Gogol Bordello – Super Taranta! Tour 2007

 

 

Gogol Bordello, benannt nach dem ukrainischen Schriftsteller Nikolai Gogol und, nun ja, einem Bordell, haben sich in den letzten acht Jahren durch ihren Mix aus Zigeunerpunk, Folklore und Dub eine erstaunlich große Anhängerschaft erspielt. Die Erfolgsgarantie ist dabei die energiegeladene und abgedrehte Bühnenshow der Band, die irgendwo zwischen einem Punk-Konzert, Kabarett und ein wenig Zirkus liegt. Nachdem sie mit ihrem letzten Album „Gypsy Punks: Underdog World Strike“ zum ersten Mal in ganz Amerika und Europa relativ großen Erfolg verbuchen konnten, stand nun erstmal die nächste Tour zu ihrem neuen Longplayer „Super Taranta!“ an.

Anfang Dezember machte die Band in Köln halt, und durch den kleinen Hype, der (leider) seit Gogol Bordellos Auftritt mit Madonna um die Band entstanden ist, musste das Konzert aus dem Gebäude 9 ins Gloria Theater verlegt werden. Der scheinbare Widerspruch zwischen dem eleganten Flair des kleinen alten Theaters und dem ungehobelten Zigeunerpunk förderte die ohnehin sehr gute Atmosphäre während des Konzerts noch weiter.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es denn gleich zu beginn: La Phaze und das Dub Trio, der Tour-Support, konnten an diesem Termin die Show leider nicht eröffnen, weswegen DJ Scratchy mit einer „musikalischen Weltreise“ in den Abend startete. Der Mix aus elektronischer Worldmusic und Dub war zwar interessant und unterhaltend, nach über einer Stunde jedoch langsam aber sicher auch etwas langweilig, so dass die Gogol-Rufe immer lauter wurden.
Gogol Bordello stürmte schließlich um kurz nach 22 Uhr die Bühne, und legten gleich so richtig los. Neben Frontmann Eugene Hütz fiel, wie üblich, Geiger Sergey Ryabtsev sofort durch seine enorme Bühnenpräsenz auf. Yuri Lemeshev (Akkordeon), Oren Kaplan (Gitarre), Thomas Gobena (Bass) und Eliot Ferguson (Schlagzeug) vervollständigten die Band, die gelegentlich durch die Tänzerinnen / Percussionistinnen / Background-Sängerinnen Pamela Jintana Racine und Elizabeth Sun erweitert wurde. Neben Tracks des neuen Albums, wurden natürlich alle Hits gespielt, bis die Show mit dem Voi-la Intruder-Klassiker „Start wearing purple“ auf ihrem Höhepunkt endete. Die band kam schließlich zu einer zwanzigminütigen Zugabe auf die Bühne zurück, und ließ die Fans noch einmal so richtig toben, bis das Konzert um kurz nach Mitternacht endgültig beendet war.

Wie üblich war die energiegeladene Show der Band ein echter Erfolg. Das Publikum sprang, tanzte und pogte was das Zeug hielt, während Hütz und Kollegen auf der Bühne nicht minder aktiv waren. Die Beschimpfungen Hütz’ an die Fans, die in einer kurzen Schlägerei des Sängers mit zwei Fans gipfelte, nachdem er einen fliegenden Bierbecher abgekommen hatte, hätten zwar nicht sein müssen, konnten die gute Stimmung aber auch nicht verderben. Wie üblich war das Konzert eine große Party, auf der alle Beteiligten ihren Spaß gehabt haben dürften

 

 

Last Update: 26.12.2007
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