GUNS N' ROSES
APPETITE FOR DESTRUCTION (1987)
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Musik und Texte: Rose, Slash, Stradlin, McKagan, Adler (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Mit
„Appetite for destruction“ rüttelten Guns n’
Roses 1987 die Metal-Szene L.A.’s auf. Zu dieser Zeit wurde diese
aus unerfindlichen Gründen zusehends von Glam-/Hair-Metal Bands
dominiert. Gruppen wie Poison oder die Mötley Crüe, die sich
auf die frühen Aerosmith oder New York Dolls beriefen, zogen mit
ihrem kitschigen Pop-Metal die Massen, vor allem aber auch die Frauen
an. In diese Szene stießen nun also Guns n’ Roses, eine
Band, die ihre musikalische Inspiration eher aus dreckigem Rock ’n’
Roll, als aus grell geschminkten Sleaze-Rockern bezogen. Das die Band
zu diesem Zeitpunkt unter vergleichbar dreckigen Bedingungen in einer
Art Garage, genannt das „Hell house“ lebte, verlieh der
Musik einerseits Authentizität, schien jedoch auch die Inspiration
zu sein. Nachdem die Band schon zwei Jahre früher entdeckt wurde, überbrückten sie die Zeit bis zur ersten Albumsveröffentlichung mit einer kurzen Live-EP, die die wilde, dreckige Atmosphäre eines Guns n’ Roses Konzerts der damaligen Zeit recht gut einfing. Als dann endlich das erste vollständige Album folgte, schlug es ein wie eine Bombe, erreichte in den USA sogar den ersten Platz der Hitparade. Axl trägt seine Texte, die von allen Rock ’n’ Roll Themen wie Frauen, Sex, Alkohol, Drogen und dem Leben in der Gosse der Großstadt handelten, mit seiner einzigartigen markanten Stimme vor, die ein erstaunliches Spektrum von tiefem Gesang bis in die allerhöchsten Töne abdeckt, wobei er Letztere nie einfach nur kreischt, sondern stets in der Lage ist selbst in dieser Höhe den richtigen Ton zu treffen und sogar zu halten. Die Musiker tun ihr Übriges, um die Songs von der Masse abzuheben. Rhythmusgittarist Izzy liefert mit einem hervorragenden Rhythmusgefühl eine teilweise Bluesbasierte Grundlage für die schnellen Metalsongs, die Rhythmussektion um Bassist Duff und Schlagzeuger Steven vervollständigt dieses Fundament der Lieder, so dass sich Slash nach Lust und Laune mit seiner Leadgitarre über dieser Basis austoben kann. Während die Arbeit von Izzy, Duff und Steven, die tatsächlich ein überragendes Grundgerüst für die Songs liefern, von der Masse gerne übersehen wird, stellt Slash den zweiten Bezugspunkt der Band für die Fans dar. Und dies nicht nur äußerlich, wo er mit seiner Lockenpracht, dem darauf gedrückten Zylinder und der stets im Mundwinkel hängenden Kippe natürlich am meisten heraus sticht. Auch musikalisch gehört das, was Slash hier liefert, zum größten was die Metal-Szene je gehört hat. Von herausragenden Riffs, wie den Openern zu „Welcome to the jungle“, „Paradise city“ und vor allem „Sweet child o’mine“ (von dem auch das hervorragende Bassspiel Duffs erwähnt werden sollte), zu den unglaublichen Soli in den gerade genannten Songs, sowie eigentlich allen anderen. Unter den 12 Songs findet sich nicht ein Totalausfall, schwächere Stücke wie „You’re crazy“ oder „Anything goes“ sind trotz allem solide Rock ’n’ Roll Kracher, wobei letzteres sich zudem durch Slash’s Gitarrenspiel noch einmal vor den anderen Songs hervorhebt. Die Eröffnungstriade um „Welcome to the jungle“, „It’s so easy“ und „Nightrain“ gibt vor, wo es auf diesem Album lang geht, während die Stadion-Hymnen „Paradise city“ und „Sweet child o’mine“ aufzeigen, wo es mit der Band in den kommenden Jahren hingehen wird. Inhaltlich finden sich in den Songs die Themen, die sowohl den Rock ’n’ Roll, wie auch das Leben der fünf Musiker in diesen Jahren bestimmten: Alkohol in „Nightrain“, Drogen in „Mr. Brownstone“ oder „My Michelle“, Frauen, Liebe und Sex in „Think about you“, „Sweet child o’mine“, „Rocket queen“, „It’s so easy“ oder „Anything goes“ und das Leben am Rand der Gesellschaft in „Welcome to the jungle“ und „Paradise city“. „Appetite for destruction“ ist ein Album, das seine Stärke vor allem aus der Tatsache zieht, dass die Musiker, die es erschufen, jenes dreckige und wilde Rock ’n’ Roll Leben in der Gosse inspirierte, dass sie zu dieser Zeit tatsächlich voll lebten. Musikalisch hebt sich das Album durch die Einflüsse aus spätem Rock ’n’ Roll und Blues-Inspiriertem Hardrock á la Led Zeppelin klar von der aktuell populären Szene aus kitschigem Sleaze-Metal ab, und kommt so als Zeugnis eines authentischen Rock ’n’ Rolls daher, wie es lange keines mehr gegeben hat. Dazu gehört auch das Cover, das ein mit Säbelzähnen ausgestattetes, gepanzertes Monster zeigt, das einen Roboter angreift, der augenscheinlich eine Frau vergewaltigt hat. Dieses wurde allerdings schnell von der Zensurbehörde aus dem Verkehr gezogen, und gegen das nun weithin bekannte Cover mit dem Gn’R-Kreuz ersetzt. All dies macht „Appetite for destruction“ zu einem Meilenstein der Hardrock-Geschichte. |
GN'R Lies (1988)
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Musik und Texte: Rose, Slash, Stradlin, McKagan, Adler (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Um
nach dem unverhofften Erfolg von „Appetite...“ schnell etwas
nachliefern zu können, wurde 1988 „GN’R Lies“
auf den Markt gebracht. Ein Album, das sich aus der 1986 in limitierter
Stückzahl veröffentlichten Live-EP „Live ?!*# like a
suicide“ und der gerade erst fertig gestellten Akustik-EP „Gun
shot“ zusammensetzt. Die vier Stücke der „Live...“-EP fangen die dreckige, wilde Atmosphäre eines Guns n’ Roses Gigs der Prä-Appetite-Ära ein. Die ersten veröffentlichten Eigenkompositionen „Reckless life“ und „Move to the city“ handeln vom Leben der Band als mittellose Musiker in der Stadt, während die Cover-Versionen von „Nice boys“ (von Rose Tattoo) und „Mama kin“ (von Aerosmith) zwei Inspirationsquellen der Band aufzeigen. Im Gegensatz zu diesen wilden Rock ’n’ Roll Stücken stehen die vier akustischen Werke von „Gun shot“. Dieses beginnt mit dem absoluten Highlight der Platte, „Patience“, einer wunderschönen Ballade, die vor allem die Weiterentwicklung Axls zu einem geübten Songwriter aufzeigt. Das folgende „Used to love her“ („... but I had to kill her“) ist ein ironisches Lied über eine zerbrochene Liebe, während die neue Version des „Appetite...“ Tracks „Your’e crazy“ wohl als typische B-Seite abgehakt werden kann. Den Tiefpunkt des Albums stellt das finale Stück „One in a million“ dar. Ein nicht zu rechtfertigender Hasssong gegen „Nigger“, „Immigrants“ und „Faggots“. „GN’R Lies“ ist das, was es ist: Kein Album, sondern eine Kombination aus zwei Extended Playern. Die vier wichtigen Songs, „Reckless life“, „Move to the city“, „Patience“ und „Used to love her“ sind den Kauf jedoch schon wert. Dazu kommen die gelungenen Cover-Versionen von „Nice boys“ und „Mama kin“. Gerade die vier Live-Songs sind gerade deswegen einen Kauf wert, weil sie die „Rock ’n’ Raunch“ Atmosphäre eines frühen GN’R Konzerts sehr gut einfangen. |
Use your illusion I & II (1991)
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Tracklist Teil I:
Tracklist Teil II:
Tracklist Single-Disc-Version:
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Es
dauerte bis 1991, bis Guns n’ Roses endlich mit ihrem „Use
your illusion“ Doppel-Set einen vollwertigen Nachfolger für
„Appetite...“ lieferten. Der Grund für die lange Verzögerung
lag in erster Linie an der Unfähigkeit der Musiker, eine klare
Linie in ihr ungezügeltes Rock ’n’ Roll Leben zu bringen.
Und wenn sie sich dann einmal dazu zwangen, dann fehlte mit eben diesem
ungezügelten Leben die primäre Inspiration der Gruppe. So
mietete sich die Gruppe für einige Zeit ein Haus in Chicago, um
dort, weit weg von Los Angeles, in Ruhe zu arbeiten. Das Resultat war,
dass die Musiker teilweise zerstritten und ohne auch nur einen vollständigen
Song wieder abreisten. Personell hatte dies die erste Folge, als Schlagzeuger
Steven Adler wegen seinem anhaltenden Heroinproblem aus der Band flog.
Slash, zu dieser Zeit ebenfalls regelmäßig an der Spritze,
merkt zwar selbst an, wie lächerlich es eigentlich war, dass jemand
wegen Drogenmissbrauch aus Guns n’ Roses fliegen konnte, auf der
Anderen Seite war er selbst jedoch immer wieder in der Lage, seine Drogensucht,
die ihn unzuverlässig machte und seine Kreativität blockierte,
durch eine, zwar ebenfalls schädliche, jedoch offenbar nicht blockierende
Alkoholsucht zu ersetzen, die es ihm ermöglichte, Studioarbeit
und Konzerte mit voller Konzentration zu erledigen. Izzy kämpfte
wie auch Slash und Steven mit dem Heroin, während Duff sich primär
mit Alkoholproblemen plagte. Für ihn besserte sich die Lage, als
eine Frau in sein Leben trat. Axl hatte zwar weniger mit Suchtmitteln
zu kämpfen, doch er plagte sich bereits zu dieser Zeit mit seinen
eigenen Problemen, die wohl in erster Linie psychische Ursachen hatten
und dazu führten, dass er sich immer mehr von der Band und allgemein
der Welt um sich herum entfernte. Steven wurde schließlich durch
Matt Sorum, derzeit Schlagzeuger von „The Cult“, ersetzt.
Auf den beiden „Use your illusion“ Platten ist jedoch teilweise
noch immer Adler am Schlagzeug zu hören. Zu den fünf Musikern
stieß zusätzlich der Keyboarder Dizzy Reed, ein Schritt,
der eine Abkehr vom ursprünglichen Rock ’n’ Roll zu
einem moderneren Hardrock andeutete, den sich innerhalb der Band nur
Axl wünschte. Den Anderen erschien die Verpflichtung eines Keyboarders
eher als unnötig. 1990 gab es dann das erste musikalische Lebenszeichen der Band, als mit „Civil war“ und „Knockin’ on heaven’s door“ zwei spätere Stücke von „Use your illusion II“ auf dem karitativen Album „Nobody’s child“, bzw. dem Soundtrack zum Film „Days of thunder“ veröffentlicht wurden. Während das Bob Dylan Cover dabei eher nicht von großer Inspiration zeugte, machte der überragende Antikriegssong „Civil war“ durchaus Hoffnung auf ein großes Album. Als die beiden Alben im September 1991 veröffentlicht wurden, schlugen sie gleichzeitig auf den Plätzen 1 (Part II) und 2 (Part I) der US und UK Charts ein. Musikalisch zeigten die beiden Alben eine Mischung aus verschiedenen Stilen, lediglich nach dem dreckigen Metal-Sound der „Appetite...“ Zeit suchte man recht vergeblich. In zunehmendem Maße befanden sich dafür epische Rock-Balladen auf der Platte, die in erster Linie aus Axls Feder stammten, wobei die Trilogie aus „Don’t cry“, „November rain“ und „Estranged“ den Höhepunkt der beiden Alben darstellt. Die drei zwischen knapp 5 und knapp 10 Minuten langen Epen über zerbrochene Liebe und Verlust gehören zu den größten Kompositionen der Band, wobei Slash zu „November rain“ seine beste Arbeit an der Gitarre beisteuert. In dieselbe Richtung gehen Axls „Breakdown“, sowie Duffs Johnny Thunders Tribute „So fine“. Die 10 Minuten-Marke wird schließlich mit der Axl/Slash Kollaboration „Coma“ durchbrochen, dem finalen Stück von „Use your illusion I“, einem Lied über einen Patienten im Koma, der von Ärzten wiederbelebt wird. Ein Erlebnis, dass Slash so ähnlich später selbst einmal erleben durfte, als er nach einer Überdosis für einige Minuten klinisch tot war. Von den härteren Songs stechen vor allem die Single „You could be mine“ und die Abrechnung mit den Kritikern der Band im Song „Get in the ring“ heraus. Während Axl sich also zusehends auf epische und aufwenige Produktionen fokussierte, zogen sich Slash und Duff immer mehr aus dem Songwriting zurück. Die einzige Komposition, die noch aus der gemeinsamen Feder aller vier Gründungsmitglieder stammt, ist der Rock ’n’ Roll Track „Bad apples“. Neben Axl ist auf den „...Illusion“ Alben vor allem Izzy als Hauptsongwriter tätig. Von ihm stammen in erster Linie die erdigen Roots-Rock Nummern, wie das akustische „You ain’t the first“, die Rock ’n’ Roll Nummer „Pretty tied up“, „Double talkin’ jive“ sowie „14 years“. Letzteres, eine Koproduktion von Izzy und Axl, erinnert, so wie die Axl-Komposition „Yesterdays“ vor allem durch das Klavierspiel an den frühen Rock ’n’ Roll der Fünfzigerjahre. Die letzten beiden Songs, die Erwähnung finden sollten, sind das gelungene Cover des Paul McCartney & the Wings Klassikers „Live and let die“ und die Slash/Izzy/Duff-Komposition „Dust n’ bones“, nach der auch ein Leg der zwei Jahre umspannenden „Use your illusion“ Welttournee benannt wurde. Entstammten die 12 Lieder von „Appetite for destruction“ noch alle aus der gemeinsamen Feder der fünf Bandmitglieder, wird das Songwriting auf den beiden „Use your illusion“ Alben unter den Musikern aufgeteilt. Dies hat verschiedene Effekte: Zum einen ist das Album sehr Facettenreich, was zwar einerseits für Abwechslung sorgt, auf der Anderen Seite aber auch dafür, dass es teilweise etwas zusammengeschustert wirkt. Auf der Anderen Seite wird hier aber auch sichtbar, welcher der Musiker welche Aspekte zu dem genialen Mix beigetragen hat, der „Appetite...“ zu dem Meilenstein machte, der er ist. Die großen, aufwendigen Produktionen und der Stadion-Pomp kamen wohl von Axls Ambitionen, wie er mit seinen Epen auf diesem Album eindrucksvoll unter Beweis stellt. Izzy trug wohl den erdigen Roots-Rock Einfluss bei, wie aus den Stradlin-Kompositionen dieser CDs hervorgeht. Der dreckige Rock ’n’ Roll und der rotzige Punk gehen wohl in erster Linie von Slash, respektive Duff aus. Die Kombination dieser verschiedenen Einflüsse wurden für „Appetite...“ auf 12 Stücken gebündelt. Auf den 30 „...Illusion“ Tracks werden sie dagegen eher zerstreut. Da jedoch noch immer alle vier Köpfe gemeinsam am Werk sind, resultiert dies zwar nicht in einem zweiten Klassiker, allerdings kommen dennoch einige sehr gute bis hin zu überragende Songs dabei heraus, welche die beiden CDs zu großen Rockalben machen. Wie es klingen würde, wenn jeder der Musiker seinen eigenen Stil verfolgen würde, ohne dass die Anderen für die Balance sorgen, dass sollte sich auf den kommen Solo-Alben von Izzy, Duff, Slash und Axl (letzterer weiter unter dem Namen Guns n’ Roses) zeigen, die zwar allesamt nicht schlecht, jedoch meilenweit entfernt von der Qualität der originalen Guns n’ Roses Alben sind. Schließlich sei noch die Problematik der Qualitätskontrolle angesprochen. Viele Kritiker waren der Meinung, dass man die beiden CDs auf eine hätte bündeln sollen, wodurch einige der Füller heraus gefallen wären. Eine solche Einzel-CD Version wurde einige Jahre später auch tatsächlich auf den Markt gebracht. Dazu sollte gesagt werden, dass die beiden CDs zwar unzweifelhaft einige Stücke umfassen, die ohne weiteres auch als B-Seiten hätten verwendet werden können (z.B. „Perfect crime“, „Back off bitch“, „Shotgun Blues“ oder das schrecklich überflüssige „My world“), und eine Bündelung auf eine CD tatsächlich möglich gewesen wäre, jedoch hätten, wie sich durch die Einzel-CD Version zeigte, neben den Füllern auch einige gelungene Songs gestrichen werden müssen, und insofern war die gewählte Lösung doch die bessere. |
Izzy Stradlin & the Ju Ju Hounds (1992)
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Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Izzy war nach der Entlassung Adlers der erste Gunner, der eigenständig entschied, den destruktiven Weg der Band nicht länger mit zugehen. Nach einem persönlichen Tiefpunkt, als er in den Gang eines Flugzeugs urinierte, beschloss er endgültig sein Drogenproblem in den Griff zu bekommen. 1989 hatte er seine Heroinsucht schließlich überwunden, und seitdem hielt er sich, soweit möglich, von seinen Bandgefährten fern. Konkret bedeutete dies: Auf Tour reiste er in einem eigenen Bus/Auto, er hing nicht mehr mit den Anderen hinter Bühne herum und schon gar nicht ging er mit ihnen feiern. Auf diese Weise wurde ihm jedoch etwas ganz anderes bewusst: Es schien, als seien seinen Bandgefährten Alkohol, Drogen und Partys mittlerweile wichtiger als die Musik. Hinzu kamen die immer häufiger und extremer werdenden Aussetzer seines alten Freundes Axl. Dies alles wurde Izzy schließlich zuviel, und so verließ er die Band 1991 am Ende des Europa-Legs der Welttournee. |
Believe in me (1993)
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Musik und Texte: McKagan (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Nach
Izzys ’92er Debutalbum war es Bassist Duff, der 1993, einen Monat
vor der Veröffentlichung des neuen Guns n’ Roses Albums,
sein erstes Soloalbum vorlegte. „Believe in me“ besteht
aus Songs, die Duff vor allem in der Zeit der zweijährigen „Use
your illusion“ Welttournee schrieb. Fast könnte man den Eindruck
gewinnen, dass Duff, der in früheren Punk Bands schon Gitarre und
Schlagzeug gespielt hat, sich bei GN’R am Bass unterfordert fühlte,
oder vielleicht dachte er sich auch einfach nur „Wenn schon, denn
schon“. Auf jeden Fall ist dieses Soloalbum tatsächlich ein
Soloalbum im vollen Sinn des Wortes, denn Duff spielte fast alle Instrumente
selbst ein. Gelegentlich lud er jedoch einige befreundete hochkarätige
Musiker zu einem kurzen Gastspiel ein, darunter Slash, Matt, Gilby und
Dizzy von Guns n’ Roses, Gitarrenlegende Jeff Beck, Skid Row Sänger
Sebastian Bach. und Lenny Kravitz. Stilistisch bewegt sich die Musik im Hardrock-Bereich, allerdings beschränkt sich Duff keineswegs auf dieses Milieu. Die Eröffnung machen Singleauskopplung und Titeltrack „Believe in me“,„I love you“ und der Tributetrack an seinen Verstorbenen Freund Todd, „Man in the meadow“. Dieses Trio bildet auch gleich die stärksten Songs des Albums, mit Slash an der Leadgitarre auf „Believe in me“, und West Arkeen an selbigem Instrument in „Man in the meadow“. Während diese beiden Songs solide Hardrock-Nummern sind, ist „I love you“ eine kraftvolle Ballade, die im Gegensatz zu den anderen beiden Balladen des Albums, „Could it be u“ und „10 years“, glücklicherweise nicht ins leicht kitschige abgleitet. „(Fucked up) Beyond belief“, zu dem Jeff Beck die Leadgitarre beisteuerte und „Fuck you“ sind Nu-Metal Crossover Tracks, bevor es diese Begriffe überhaupt gab, letzteres mit Rapper Doc am Mikrophon. Sie gehören ebenso zu den schwächeren Tracks des Albums, wie der Punk-Song „Punk Rock Song“, der allerdings mit einigen schönen Hardcore-Einflüssen aufwarten kann. Jeff Beck gibt sich auf dem „Swamp song“ ein zweites Mal die Ehre, während man Slash noch einmal auf „Just not there“ hören kann. Ein ganzes Stück besser ist allerdings „The majority“, ein Hardrock Song mit Funk-Anleihen in Duffs Gitarrenspiel, und einem starken Lenny Kravitz am Mikrophon. Dieses übergibt er für „Trouble“ an Skid Row Frontmann Sebastian Bach, auf dem auch Mike Sabo an der Leadgitarre zu hören ist. So ist Duffs Soloalbum ein solides Hardrock Album, das mit einiger Experimentierfreude und sehr guten Gästen aufwarten kann. |
"The spaghetti incident?" (1993)
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Als
Izzy während der „Use your illusion“ Welttournee die
Band verließ und durch Gilby Clarke ersetzt wurde, brach ein essentieller
Teil der Band weg. Umso mehr überraschte es da, dass sich die Band
nach nur zwei Jahren mit einem neuen Album zurück meldete. „The
spaghetti incident?“ wurde 1993 veröffentlicht. Die Verwunderung
über die Geschwindigkeit, in der die CD aufgenommen wurde, wird
selbstverständlich dadurch relativiert, dass es sich um ein reines
Cover-Album handelt, und somit der aufwendige Kreative Prozess einfach
weggelassen werden konnte. Hatte die Band auf den vergangenen Veröffentlichungen
immer wieder Lieder einfließen lassen, die ihnen als Inspirationsquelle
wichtig waren, zeugt dieses Album wohl eher von einer zunehmenden Ideenlosigkeit,
die wahrscheinlich durch die Probleme innerhalb der Band ausgelöst
wurden. Axl isolierte sich immer weiter vom Rest der Band, bestimmte
jedoch zunehmend den kreativen Prozess. Gleichzeitig fehlte mit Izzy
Stradlin ein wichtige kreative Komponente des Bandgefüges, und
gleichzeitig der Ruhepol der Gruppe. Auf der CD befinden sich 13 Lieder von wichtigen Punk-Rockern, oder Gruppen der Prä-Punk-Ära, die mit ihren Werken die Punk-Musik entscheidend beeinflussten. Die CD enthält mit „Buick makane (Big dumb sex)“, einem T.Rex /Soundgarden-Cover zum ersten Mal einen Song, bei dem auch Slash singt. Duff übernimmt auf dieser CD eine wichtigere Rolle, und nutzte die Aufnahmen vielleicht auch, um sich auf sein Solo-Projekt vorzubereiten. So singt er bei „New rose“ (The Damned), „Raw power“ (Iggy & the Stooges) und „Attitude“ (The Misfits), einem Song, den die Band auf ihrer „...illusion“-Tour schon mehrfach Live spielte, und spielt auf seinem zweiten Johnny Thunders Tribute-Track „You can’t put your arms around a memory“ zudem alle Instrumente, mit Ausnahme der Gitarren, die von Richard Duguay eingespielt wurden. Letzteren Song nahm Duff ursprünglich während den "Believe in me" Sessions auf, entschied sich dann jedoch dazu, ihn diesem Album beizusteuern. Von der vergangenen Tour kannten einige der Fans auch schon die GN’R-Versionen des UK Subs Klassikers „Down on the farm“ und Nazareths „Hair of the dog“, zwei Highlights des Albums. Auch die Aufnahme des Dead Boys Songs „Ain’t it fun“, mit Hanoi Rocks’ Michael Monroe als Gastsänger ist sehr gelungen. So wenig inspiriert und originell dieses Album auch ist, so ist es doch ein solides Cover-Album, und die rohen Punk-Songs klingen in den hier gespielten Hardrock-Varianten teilweise viel frischer und moderner. Die einzige Ballade des Albums ist die Single-Auskopplung „Since I don’t have you“, ein Cover der Skyliners. Einen kleinen Skandal verursachte Axl mit seiner Entscheidung, einen Song von Massenmörder Charley Manson aufzunehmen. Das Lied „Look at your game, girl“, wurde daher lediglich in einer Akustik-Version als Hidden-Track an die CD angehängt, und Axl versprach, es auf zukünftigen Veröffentlichungen weg zu lassen. Ein Versprechen, dass er nicht hielt. Genau genommen, wurde es in einigen Serien sogar explizit als 13. Titel angeführt. Aus musikalischer Sicht ist diese Entscheidung wohl auch nicht falsch, handelt es sich doch um einen sehr schönen Folksong. Aus ethisch-moralischer Sicht könnte die Entscheidung nach einmal überdacht werden, aber letztlich ist dies eben doch eine Rock ’n’ roll Scheibe, und insofern macht es keinen Sinn, hier irgendwelche moralischen Maßstabe anlegen zu wollen. Der Albumtitel stammt aus dem Gerichtsverfahren, dass Steven Adler nach seinem Rauswurf gegen die Band führte. In diesem wird von Stevens Anwälten eine Essensschlacht zwischen Axl und Steven angesprochen, bei dem sie sich mit Spaghetti bewarfen. Der Anwalt spricht in diesem Zusammenhang vom „Spaghetti incident“. Die Symbole am unteren Rand des Covers sind Zeichen aus dem Code-System, dass der berühmte Zodiac-Killer für seine Briefe benutzte. Ausgeschrieben lauten sie: „Fuck Em All“. Der fall des Zodiac-Killers faszinierte Axl schon immer. Und so kam diese Idee auf. Wenig mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung dieser CD spielten Guns n’ Roses mit dem Rolling Stones Klassiker „Sympathy for the devil“ eine weitere Cover-Version ein. Der Song wurde auf dem Soundtrack des Films „Interview mit einem Vampir“ veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war Gitarrist Gilby schon ohne Rücksprache mit den anderen Gruppenmitgliedern von Axl gefeuert und durch Paul Huge ersetzt worden. |
It's five o'clock somehwere (1995)
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Nach
der Veröffentlichung von „The spaghetti incident?“
wurde es erst einmal ruhig im Guns n’ Roses Camp, und Slash arbeitete
in seinem Haus an einigen neuen Stücken. In diesem hielt er sich
einen Haufen verschiedener Schlangen, weswegen es den Namen „Snakepit“
erhielt. Als er einige Songs zusammen hatte, lud er Gilby und Matt zu
sich ins Studio ein, um die ersten Demos der Lieder aufzunehmen. Zu
diesen fügte Slash selbst noch einige Bass-Aufnahmen hinzu, und
die fertigen Demos gab er an Axl weiter, der sie sich anhören sollte.
Axl hatte sich zu diesem Zeitpunkt vollkommen vom Rest der Band zurückgezogen,
und auch bei der Übergabe der Bänder kam es zu keinem persönlichen
Kontakt zwischen dem Sänger und dem Gitarristen. Schließlich
lehnte Axl alles Material als ungeeignet für Guns n’ Roses
ab. Da es zu diesem Zeitpunkt im Jahr 1994 aber auch nicht danach aussah,
dass Axl bereit wäre mit dem Rest der Band an neuem Material zu
arbeiten, begann Slash die Demos für ein eigenes Seitenprojekt,
dass den Namen „Snakepit“ tragen sollte, aufzunehmen, um
so die Zeit bis zu den nächsten Sessions für Guns n’
Roses zu überbrücken. Neben Gilby an der Gitarre und Matt
am Schlagzeug wurde Mike Inez von Alice in Chains als Bassist herangezogen.
Für die Position des Sängers wurde Eric Dover ausgewählt,
ehemaliger Gitarrist von Jellyfish. „It’s five o’clock somewhere“ wurde 1995 veröffentlicht. Der Titel ist ein Zitat eines Bar-Eigentümers. Da Alkohol erst ab 5 Uhr Abends ausgeschenkt werden durfte, es aber deutlich früher war, gab der Barkeper Slash den bestellten Drink mit den Worten „It’s always 5 o’clock somehwere...“. Die Schlange auf dem Cover des Albums ist eine Zeichnung von Slash’s Bruder Ash. Das Album beginnt gleich mit dem mit Abstand stärksten Stück. „Neither can I“ behandelt das Thema Selbstmord, und sowohl die Musikalisierung, von der neben Slashs Gitarrenspiel auch Teddy ZigZags Harmonikaspiel genannt werden muss, als auch der gedämpfte Gesang von Dover untermalen das Thema angemessen. Mit „Dime store rock“ folgt gleich der nächste stärkere Song des Albums, ein Anti-Drogen Lied, bei dem Dover vielleicht seine stärkste Leistung als Sänger abgibt. Letzteres wird dadurch relativiert, dass der Gesang auf dem Rest des Albums öfter als schwach auffällt, denn als positiv. Seine rohe Stimme passt zwar durchaus zu einem Hard Rock Album, was das gesangliche Können und das Stimmvolumen angeht, kann er allerdings nicht wirklich überzeugen, und so singt er ohne größere Höhen und Tiefen einfach so vor sich hin. Einzige wirkliche Ausnahme ist das genannte „Dime store rock“, bei dem er seine Stimme einmal voll ausreizt. Im Gegensatz zu den Aufnahmen mit Guns n’ Roses, steht der Gesang auf „It’s five o’clock somehwere“ aber auch nicht im Vordergrund, sondern fügt sich in die Musik ein, wodurch besonders Slashs Gitarrenspiel weiter in den Vordergrund rücken kann, was natürlich die eigentliche Stärke des Albums ausmacht. Auf den folgenden Stücken „Beggars & hangers-on“ und „Good to be alive“ kommt dies zum ersten Mal so richtig zu tragen, besonders letzteres lebt von Slashs Spiel, bei dem er in den Strophen, Brücken und dem Refrain immer wieder die Spielweise wechselt. Von diesem Lied an verliert das Album leider immer weiter an Qualität. Zwar gibt es kein wirklich schlechtes Stück auf „It’s 5 o’clock...“, aber leider folgt nun auch kein herausragendes mehr. Die restlichen 10 Stücke sind allesamt gewöhnliche Hard Rock Nummern, die sich lediglich durch Slashs Gitarrenspiel von der üblichen Masse abheben. Und so sollte man dann auch das Hören eher damit verbringen, eben jenes Spiel herauszuhören, denn sonst wird es schnell langweilig. Zu nennen sei lediglich noch „Jizz da pit“, ein instrumentales Rock ’n’ Roll Stück, das aber durchaus hätte länger ausfallen können. Als die Aufnahmen beendet, und das Album von Geffen Records zur Veröffentlichung angesetzt wurde, sollte die Band zur Promotion der Platte auf eine Tournee gehen. Der Name der Band war mittlerweile durch die Plattenfirma von Snakepit zu Slash’s Snakepit geändert worden, um die Verkaufszahlen zu fördern. Für die sechsmonatige Tour schieden Matt und Mike aus. Mike musste seinen Verpflichtungen mit Alice in Chains nachkommen, während Matt sich für Guns n’ Roses bereithalten sollte, um so Axl zu beruhigen, dem Slashs Seitenprojekt ein Dorn im Auge war. Gilby entging diesem Schicksal dadurch, dass Axl ihn mittlerweile eigenmächtig aus der Band geworfen hatte. Zum Ende der Tournee hin, gingen dann auch Slash, Eric Dover und Gilby getrennte Wege. Slash verließ schließlich auch Guns n’ Roses, nachdem sich die Band nicht einmal mehr soweit zusammenreißen konnte, zumindest alle gemeinsam im Studio an neuen Aufnahmen zu arbeiten. Matt und Duff folgten ihm ein Jahr später, so dass 1996 von den fünf Guns n' Roses Gründungsmitgliedern nur noch Axl Rose übrig blieb. Als letzter Rest von Slash’s Snakepit blieben zwei gerichtliche Klagen Slash. Zum einen wurde er von Axl darüber verklagte, Kompositionen, die eigentlich für Guns n’ Roses vorgesehen waren, für sein Nebenprojekt verwendet zu haben. Scheinbar spielte es für Axl dabei keine Rolle, dass er selbst diese Kompositionen zuvor für Guns n’ Roses abgelehnt hatte. Die Klage wurde logischerweise abgewiesen. Zum anderen verklagte eine lokale Band aus San Diego Slash über die Namensrechte für „Snakepit“, da diese Band sich bereits so nannte. Dieser Streit wurde außergerichtlich beigelegt. |
Neurotic Outsiders (1996)
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Zusätzliche Musiker:
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Musik und Texte: Jones (Ausnahmen sind angemerkt) |
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1996 war das Kapitel Guns n' Roses auch für Duff erledigt. Somit bestand die Band nur noch aus Axl Rose. Duff kümmerte sich fortan um seine eigene Entwicklung, und kollaborierte vor allem mit befreundeten Musikern oder jamte mit ihnen. Eine dieser Jamsessions brachte die beiden (Ex-)Guns n' Roses Mitglieder Duff und Matt Sorum schon im Jahr 1995 mit den langjährigen musikalischen Partnern Billy Idol (Gesang) und Steve Stevens (Gitarre) zusammen. Die vier jammten im berühmte Viper Room in Los Angeles und gaben sich den Namen Neurotic Outsiders. Als es dann aber darum ging, gemeinsam ein paar Songs aufzunehmen, mussten sich Duff und Matt andere Mitstreiter suchen. Und so taten sie sich schließlich mit Ex-Sex Pistols Gitarrist Steve Jones und Duran Duran Bassist John Taylor zusammen. Den Gesang übernahm größtenteils Steve Jones, wobei auch Duff und Taylor zu Wort kommen. Duff, im ursprünglichen Line-Up noch als Bassist dabei, wechselte in der finalen Form der Band einmal mehr an die Gitarre. Das Album "Neurotic Outsiders" wurde schließlich 1996 auf Maverick Records veröffentlicht. Es beinhaltet größtenteils Songs, die Jones geschrieben hatte. Entsprechend klingt das Album größtenteils wie ein Steve Jones Album. Duff ist Hauptschreiber des letzten Stücks "Six feet under", das er auch singt. Im großen und ganzen handelt es sich bei "Neurotic Outsiders" um eine relativ gute Sammlung von Stücken, die allerdings selten überdurchschnittlich sind. Solider Heavy Rock, hier und dort mit ein wenig Punk gewürzt. Die Einflüsse von Duff sind gerade bei diesen punkigeren Stücken, wie dem schon genannten "Six feet under", "Revolution" und dem Clash-Cover "Janie Jones" zu hören. Die vier speziell erwähnenswerten Lieder des Albums sind die beiden Auskopplungen "Angelina" und "Jerk", sowie "Union" und "Story of my life". Dabei ist Union eine humoristosche Sicht auf die Rollenverteilung in Jones' Band Sex Pistols, während "Story of my life" ein eher kritischer Blick auf das eigene Leben in Balladenform darstellt. Die zweite Ballade, die sich zwischen die neun Rocker des Albums gemischt hat, ist "Better way". Am Ende der 11 Stücke bleibt dem Hörer nicht viel in Erinnerung. "Neurotic Outsiders" ist auf keinen Fall ein schlechtes Album, auch wenn viele Kritiker dies so sahen, doch es ist auch nichts außergewöhnliches. Zudem ist es viel mehr ein Steve Jones Album, als das Album einer Supergroup, wie es zur Zeit der Veröffentlichung noch zu Werbezwecken hieß. Immerhin handelt es sich bei Matt Sorum, Duff McKagan und John Taylor zwar durchaus um ehemalige Mitglieder großer Gruppen, doch alle drei waren zudem auch immer wieder als Sessions-Musiker tätig. Und so ist ihre Rolle in diesem Fall auch eher diese. Schließlich stammen die Songs auch fast ausschließlich aus der Feder Jones'. "Neurotic Outsiders" ist somit keineswegs das große Album einer Rock-Supergroup, sondern lediglich ein solides Rockalbum. |
117° (1998)
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Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Nach seinem Ausstieg bei Guns n' Roses, musste sich Izzy Stradlin zunächst einmal musikalisch Luft machen, und sich sofort voll von Guns n' Roses emanzipieren. Dies geschah mit seinem ersten Soloalbum, dass er unmittelbar nach seinem Ausstieg einspielte, und dass nicht einmal 365 Tage nach diesem in den Plattenläden stand. Hier präsentierte sich ein Rootsmusiker, der nicht viel mit dem Glam Metal ähnlichen Rock n' Raunch der frühen Guns n' Roses Jahre zu tun hatte. Im Anschluss daran nahm sich Izzy dann jedoch erst einmal eine Auszeit. An die Albumveröffentlichung schloss sich lediglich eine kurze Tournee durch Japan an, und auch Promo-Termine gab es nur in ganz wenigen Ausnahmefällen. In den folgenden Jahren zog sich Izzy nach Hause zurück, reiste viel, vor allem mit dem Motorrad, und verbrachte einige Zeit auf einer Rennstrecke, die er sich neben das Haus bauen ließ. Erst 1997 begann er wieder ernsthaft mit der Arbeit an einem neuen Album. Seine Rückorientierung auf die Wurzeln des Rocks überdauerte diese ruhigen Jahre offensichtlich gut. Auf "117°" geht es weiter mit traditionellem Rock. Allerdings kommt es hier auch zum ersten Mal wieder zu einer offiziellen Zusammenarbeit Stradlins mit einem seiner ehemaligen Bandkollegen: Duff McKagan stand für fast alle Songs am Bass. Ausnahmen sind neben "Grunt", bei dem Izzy selbst den Bass zupft, die beiden Stücke "Memphis" und "Good enough", die noch von den Ju Ju Hounds eingespielt wurden. Von diesen wurde lediglich Gitarrist Rick Richards behalten, und während Ashhurst durch Duff ersetzt wurde, wurde für das Schlagzeug Taz Bentley von der Rock 'n' Roll Gruppe Reverend Horton Heat angeheuert, der anschließend noch häufig mit Izzy und Duff zusammenarbeiten würde. |
Ride on (1999)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
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Nachdem zwischen den Veröffentlichungen von Izzy Stradlins erstem und zweiten Soloalbum volle fünf Jahre lagen, dauerte es gerade einmal ein Jahr, bis Album Nummer drei, "Ride on", nachgelegt wurde. Aufgenommen noch unter Izzys Vertrag mit der Guns n' Roses Plattenfirma Geffen, wurde es schließlich von Universal als Japan-Only Veröffentlichung herausgegeben. Geffen hatten in diesen Jahren mit einigen Problemen zu kämpfen, und wurde komplett umstrukturiert. Dazu gehörte auch, dass einige Künstler aus ihren Veträgen entlassen wurden. Dies traf schließlich auch Izzy. Um das Album zu bewerben, ließ sich Izzy zu einer kurzen Tournee durch Japan überzeugen, auf die er auch ex-Guns n' Roses Kollege Duff mit nahm. Dieser spielte auch bei den Aufnahmen des Albums, wie schon auf dem Vorgänger "117°", den Bass. |
Beautiful disease (1999)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: McKagan (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Nachdem
Duffs Zeit bei Guns n’ Roses leise ausgeklungen war, sich das
Projekt Neurotic Outsiders als One-Off herausgestellt hatte, und auch
die Wiedervereinigung seiner alten Punk-Gruppe Ten Minute Warning sich
nicht als erfolgsversprechend erwies, machte der Bassist sich Anfang
1999 an die Arbeit an seinem zweiten Soloalbum. Diese wurden im Laufe
des Jahres beedent, das entstandene Album „Beautiful disease“
wurde jedoch zunächst vom in der Umstrukturierung befindlichen Geffen Records zurückgehalten. Schließlich wurde Duff, wie auch Izzy, aus seinem Vertrag
entlassen und das Album somit endgültig gestrichen. Die Probleme, denen die Plattenfirma zu dieser Zeit ausgesetzt war, waren natürlich nicht der einzige Grund dafür, dass sie Platte nicht veröffentlicht wurde. Das Material, das Duff eingespielt hatte, war insgesamt auch nicht völlig überzeugend. Während die Texte deutlich ausgereifter und persönlicher klangen, als man es zum Beispiel auf „Believe in me“ hören konnte, bot die Musik nur wenig abwechslung. Die unterschiedlichen Einflüsse, von Punk zu Hardrock über Funk bis zum Rap, die „Believe...“ noch entschieden mitprägten, fehlen auf diesen Aufnahmen völlig. „Beautiful disease“ ist ein reines Hardrock Album, dass mit „Song for Beverly“ und „Rain“ zwei Balladen bietet, die zu den stärkeren Songs der Platte gehören. Gn’R-Buddy Slash spielt auf „Hope“ und „Mezz“ die Leadgitarre, schafft es aber trotz einer wie üblich guten Darbietung (besonders auf „Mezz“) leider auch nicht, die Songs aus der Mittelmäßigkeit herauszureissen. Der Titeltrack „Beautiful disease“ bietet zumindest ein überzeugendes Gitarrenspiel, ansonsten aber auch nicht allzuviel. Ein weiteres Lied, der aus der Masse ein wenig heraussticht, ist das atmosphärische „Missing you“, mit gutem Gitarrenspiel und dem Wechsel zwischen ruhigen Strophen und härterem Refrain. Insgesamt klingt „Beautiful disease“ jedoch leider zu gewöhnlich, die Lieder untereinander zu ähnlich. So ist es also kein zu großer Verlust, dass es schließlich nicht veröffentlicht wurde, zumal einige der Songs später auf dem „Dark days“ Album von Duffs Projekt Loaded wieder verwendet wurden. |
Episode 1999: Live (1999)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Jeder Song wie zuvor erwähnt (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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„Episode
1999: Live“ ist die erste Veröffentlichung von Duffs Hard
Rock Band Loaded. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Band aus Duff an Bass
und Mikrofon, Michael Barragan an der Leadgitarre, Dez Cadena an der
Rhythmusgitarre und Taz Bentley am Schlagzeug, also denselben Musikern,
mit denen er „Beautiful disease“ einspielte. Wie Duff kommt
auch Dez Cadena eher aus dem Punk, ist er doch Sänger (bis Rollins
einstieg) und Gitarrist der legendären Hardcore-Band Black Flag
gewesen. So ist es also nicht verwunderlich, dass einige der Stücke
mit starken Punk-Einflüssen gespielt werden. Die Aufnahmen wurden
größtenteils im März 1999 in Al’s Bar in Los Angeles
gemacht, Ausnahmen sind lediglich „Shinin’ down“ und
„Ridin’ home“, die 10 Tage später im Opium Den
aufgenommen wurden. Veröffentlicht wurde das Album im selben Jahr
unter eigenem Label. Die kurze Tour durch Los Angeles und die umliegenden Orte diente Duff im Großen und Ganzen dazu, sein neues Material von „Beautiful disease“ Live zu testen, und so besteht der Großteil des Sets dann auch aus diesen Stücken. Daneben gibt es drei bis dato unveröffentlichte Tracks: Zuerst wäre da der Opener „Sycophant“, ein harter Punk-Rocker, der in den Strophen teilweise an den Stooges Klassiker „Raw power“ erinnert, mit dem dieses Album auch abschließt. Der zweite Neuling ist „She’s got a lot“, ein Hard Rock Track, der in erster Linie von Barragans Gitarrenspiel getragen wird, auch wenn in den knapp drei Minuten leider keine Zeit für ein richtiges Solo bleibt. Das letzte neue Lied ist „Ridin’ home“, vielleicht der melodischste Song des Albums, bei dem sich Loaded sogar in Harmoniegesang versuchen. Zu den Lieder von „Beautiful disease“ gehören natürlich der Kracher „Seattle head“, der Live ebenfalls einen guten Eindruck macht, sowie die Tracks „Superman“ und „Then and now“, die alle drei später auf dem Loaded Album „Dark days“ auch offiziell veröffentlicht werden sollten. Bei „Mezz“, zu dem auf „Beautiful disease“ noch Slash die Leadgitarre beisteuerte, versucht sich hier Barragan daran, dieses Spiel möglichst gut auf die Live-Version zu übertragen, und obwohl ihm das auch recht gut gelingt, verliert der Song in dieser Version vieles seiner Dynamik. Die Ballade „Missing you“, eines der stärksten Stücke auf „Beautiful disease“ und der einzige ruhigere Song dieses Live-Albums, macht auch in der Live-Version einen guten Eindruck, büßt jedoch naturgemäßg etwas von der bedrückenden Athmosphäre ein, die Live einfach nicht so gut erzeugt werden kann wie im Studio. Beendet wird die Show mit „Raw power“, dem Klassiker der Stooges, den Guns n’ Roses bereits für ihr Cover-Album „The spaghetti incident?“ einspielten. Insgesamt liefern Loaded mit „Episode 1999: Live“ gute 37 Minuten voll punkigem Hard Rock ab. Einige musikalisch stärkere Stücke, wie „Mezz“ oder „Missing you“, verlieren zwar ein bisschen von ihrem Reiz, dafür gewinnen einige der härteren Stücke durch die Dynamik eines Live-Konzertes einiges dazu. So ist das Album insgesamt ein solides Live-Album. |
Live era '87-'93 (1999)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist CD1:
Tracklist CD2:
Musik und Texte: Jeder Song wie zuvor erwähnt (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Fünf Jahre sind seit „The
spaghetti incident?“ vergangen, und in dieser Zeit gab es keine
musikalischen Neuigkeiten von Guns n’ Roses. Man wusste, dass
außer Axl und Dizzy alle die Band verlassen hatten, und Axl an
einem Album arbeitete, von dem seit 1996 auch schon der geplante Titel,
„Chinese democracy“, bekannt war. 1999 war es dann endlich
soweit, dass die Band wieder etwas von sich hören ließ. Auf
dem Soundtrack des Films „End of days“ tauchte der nagelneue
Guns n’ Roses Track „Oh my god“ auf, und für
das Jahr 2000 wurde nun endgültig das ersehnte Comeback-Album „Chinese
democracy“ angekündigt. Zu Promotionszwecken sollte den Menschen
daher der Name Guns n’ Roses noch einmal ins Gedächtnis gerufen
werden, und so sollte eine Live-CD veröffentlicht werden. Die Aufnahmen der „Live era“ wurden auf verschiedenen Konzerten zwischen 1987 und 1993 gemacht, und schließlich zu einem Konzert zusammen geschnitten. Entstanden ist eine Doppel-CD mit 22 Songs. Die Lieder des „Spaghetti...“ Albums, die teilweise während der „Use your illusion“-Tournee bereits live gespielt wurden, fanden bei der Song-Auswahl keine Beachtung, mit „Civil war“ und „Live and let die“ fehlen allerdings auch einer der wichtigsten Songs der Band und einer der größten Live-Kracher. Mit Live-Alben verhält es sich aber bekanntermaßen wie mit „Best of“-Zusammenstellungen: Die eine richtige Zusammenstellung von Liedern gibt es einfach nicht. Anfang der Neunzigerjahre waren Guns n’ Roses die größte Rockband der Welt, und vor allem auch eine der besten Live-Bands. „Live era“ versucht nun die Stimmung eines der riesigen Stadionkonzerte einzufangen, welche die Gruppe rund um den Erball gegeben haben. Dies gelingt im Großen und Ganzen auch ziemlich gut. Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut, und durch die eingearbeiteten instrumentalen Phasen, zum Beispiel in „Move to the city“, kommen auch die musikalischen Qualitäten der Band zur Geltung. Die Stimmung der Konzerte lässt sich ebenfalls zumindest erahnen. „Live era“ ist somit das letzte Zeugnis einer Band, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Form, in der sie auf dieser CD zu hören ist, schon längst nicht mehr existierte. Ein ordentliches Live-Album fehlte bis zu dieser Veröffentlichung allerdings wirklich im Katalog der Band. |
Ain't life grand (2000)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Slash, Griparic, Jackson, Laug, Roxie, Douglas (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Fünf Jahre nach dem letzten
Album von Slash mit seiner Band Snakepit, und ebenso lange nachdem er
Guns n’ Roses verließ, meldete sich Slash im Jahr 2000 mit
neuem Material zurück. Die Zwischenzeit verbrachte er vor allem
als Sessions-Musiker für zahlreiche berühmte Musiker wie Alice
Cooper, Ray Charles, Stevie Wonder oder Bad Company, zudem trug er einige
Stücke zum Soundtrack des Tarantino-Films „Jackie Brown“
bei. Für sein neues Album belebte er nun seine Snakepit neu, deren
Musiker allerdings vollständig ausgewechselt wurden. Die Rhythmusgitarre
wird dieses Mal von Ryan Roxie gespielt, der zuvor Teil Alice Coopers
Band war. Am Schlagzeug sitzt Matt Laug, während Johnny „Blackout“
Griparic den Bass bedient. Einen überraschend guten Griff tat Slash
mit dem Sänger Rod Jackson. Die Band spielte über das Jahr
12 neue Lieder ein, die im Oktober auf dem Album „Ain’t
life grand“ veröffentlicht wurden. Wie schon „It’s five o’clock somewhere“ fängt auch „Ain’t life grand“ ganz stark an, beginnt dann aber schnell zu schwächeln. Anders als das Debut vor fünf Jahren, fängt sich diese zweite CD zum Ende hin aber wieder, und bringt das Album somit zu einem versöhnlichen Ende. Die Eröffnung macht „Been there lately“, ein schöner Hardrock ’n’ roll Track, der ein deutlich stärkeres Album als die letzt Snakepit-Veröffentlichung verspricht, und mit Axl an den Vocals stilistisch problemlos in eines der „Use your illusion“-Sets gepasst hätte. Schon hier fällt Sänger Rod Jackson positiv auf, der sich sofort mit voller Kraft einsetzt, und im Gegensatz zu seinem Vorgänger Eric Dover auch mit einer sehr starken Stimme aufwarten kann. Diese stilistische Ähnlichkeit zu Guns n’ Roses wiederholt sich noch einmal im letzten Song des Albums, „The alien“. Dieser erinnert allerdings etwas mehr an Guns n’ Roses Ende der Achtzigerjahre. Die Songs auf dem Album zeichnen sich allesamt durch eine Bluesrock / Rock ’n’ Roll-Basis aus, die ihnen ein erdiges Fundament verleiht, über das die Musiker ihren Hardrock ausbreiten können und das zudem ausgezeichnet zu Jacksons Stimme passt. Diese Orientierung zu Bluesbasierten Stücken ist vermutlich ein Resultat aus Slashs Konzerten mit Slash’s Blues Ball, einer Blues-Coverband, in der auch Bassist Johnny Griparic und Teddy ZigZag aktiv waren, sowie dem Einfluss von Sänger Jackson, der sich selbst eher im Country- und Bluesrock verankert sieht. Im Mittelteil des Albums heben sich besonders „Back to the moment“ und „Serial killer“ vom Rest des Albums ab, ersteres gefällt sowohl wegen dem leidenschaftlichen Gesang Jacksons, als auch durch ein sehr schönes Gitarrensolo von Slash, während letzteres aus der Sicht eines Serienmörders geschrieben ist, und das Arrangement zwischen langsamen und schnelleren Teilen wechselt – Musikalisch wohl das anspruchsvollste Stück des Albums. Wirklich stark wird das Album dann noch einmal zum Ende hin. Zuerst überrascht das hervorragende Titelstück „Ain’t life grand“ mit starken Big Band-Einflüssen auf einem Bluesrhythmus, bevor dann für „Speed parade“ die Geschwinsigkeit noch einmal deutlich angezogen wird, und der Song von einem stampfenden Rhythmus und schweren Metal-Riffs vorangetrieben wird. Den Abschluss macht das bereits erwähnte „The alien“, das auf einem schmalen Grad zwischen Hardrock und Glam-Metal wandert. Insgesamt ist „Ain’t life grand“ ein Anwärter auf den Titel des besten Soloalbums eines Guns n’ Roses Mitglieds. Das abwechslungsreiche Hardrock Album überzeugt neben Slashs überragendem Gitarrenspiel vor allem durch die Roots-Rock-Basis, die fast allen Songs zugrunde liegt, und die ausgezeichnet zur Stimme von Sänger Rod Jackson passte. Für die folgende Tour wurde Ryan Roxie durch Keri Kelli ersetzt, da er vertraglich an Alice Cooper gebunden war. Wie schon die letzte Auflage der Snakepit, löste auch diese sich nach der gemeinsamen Tournee auf, dieses Mal aufgrund eines mangelnden Bandgefühls zwischen den einzelnen Mitgliedern. Slash trat in den folgenden Jahren wieder vor allem als Sessions-Musiker in Erscheinung, während Rod Jackson das Country-/Bluesrock Outfit 3 of a Different Kind gründete. Keri Kelli spielte später noch in Steven Adlers Band Adler’s Appetite. |
River (2001)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Mit seinem vierten Soloalbum macht Izzy Stradlin da weiter, wo er 1999 mit "Ride on" aufgehört hat. Eine Sammlung klassischer Rock Lieder, wenig innovativ und wenig aufregend. Die Musiker an seiner Seite haben sich dabei ebenfalls nicht geändert: Duff McKagan aus alten Guns n' Roses Tagen am Bass, Rick Richards an der Leadgitarre und Taz Bentley am Schlagzeug. Neu ist lediglich, dass Ian McLagan gelegentlich am Keyboard aushelfen darf. |
Dark days (2001)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: McKagan |
Singles:
Videos:
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Nachdem
Duff von Geffen Records aus seinem Vertrag entlassen wurde, gründete
er die Band Loaded, mit der er 2002 das Album „Dark days“
unter Eigenverantwortung veröffentlichte. Die Band, die Duff im Jahr 2000 zugunsten der Kombo Mad for the Racket auflöste, gründete er schon im Jahr 2001 neu, und tourte durch Seattle, so wie es Duff seinerzeit bereits vor Guns n’ Roses mit seinem Punk-Outfit Ten Minute Warning tat. Mit der ursprünglichen Band des Jahres ’99 hatte diese Neuauflage allerdings schon nichts mehr zu tun, da Duff das einzige verbliebene Gründungsmitglied war. In dieser zweiten Auflage von Loaded wurde er an der Gitarre durch Dave Dederer, am Schlagzeug durch Geoff Reading und an den Keyboards durch Martin Feveyear unterstützt. Für eine spätere Japan-Tournee stiegen die Musiker Michael James Squires (Gitarre) und Jeff Rouse (Bass) in die Band ein, die beide auch auf dem Album zuhören sind. In dieser Besetzung wechselte Duff öfter an die Gitarre. Die Eröffnung des Albums macht „Seattle head“, ein Lied, indem Duff sein Leben zwischen Los Angeles und seiner Heimatstadt Seattle beschreibt. Dieser Opener, der mit einem schweren Gitarrenriff beginnt, war wie das folgende „Then and now“ und „Superman“ eigentlich für Duffs zweites Soloalbum „Beautiful disease“ vorgesehen, alle drei landeten, nachdem jenes Album gestrichen wurde, aber letztlich auf „Dark days“. Nach diesem starken Opener hat das Album leider nicht mehr sehr viel Neues zu bieten. Duff und seine Band rocken für eine gute Dreiviertelstunde durch die McKagan-Kompositionen des Albums, und machen nur im Finalen „Your way“ ein wenig langsamer. Dabei fällt keiner der Songs wirklich auf – weder positiv noch negativ. Als das Album erschien, hatten sich Loaded zwar offiziell nicht getrennt, die Band existierte jedoch schon nicht mehr. Zu einer teilweisen Wiedervereinigung sollte es 2008 wieder kommen. |
On down the road (2002)
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
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1998 veröffentlichte Izzy Stradlin mit dem Rock 'n' Roll inspirierten "117°" sein bislang stärkstes Solo-Album. Anschließend wurden die scheinbar eher uninspirierten Alben "Ride on" und "River" nachgeschoben. Die Schwäche dieser Alben war die Unaufgeregtheit und die mangelnde Abwechslung. Auch Stilistische klangen alle Lieder sehr ähnlich. Nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von "River" meldete sich Stradlin dann mit "On down the road" zurück. Und dieses Album ist seine Rückkehr zu alter Form. |
Greatest Hits (2004)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Jeder Song wie zuvor erwähnt (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Weitere fünf Jahre sind seit
der Veröffentlichung der „Live era“ vergangen, die
ihrerseits fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum der Band auf
den Markt gebracht wurde. Damals, 1999, ging die Plattenfirma Geffen,
und eigentlich die ganze Welt davon aus, dass sie im Jahr 2000 das lang
erwartete Album „Chinese democracy“ hören könnten.
Plattenhändler führten sie bereits als Vorbestellungsartikel.
Diese Erwartungen erwiesen sich als ziemlich falsch. Seit 2001 kam es
zwar gelegentlich zu vereinzelten Auftritten der neuen Band um Axl Rose,
im Jahr 2004 ist das neue Album aber noch immer weit entfernt davon
veröffentlicht zu werden, und lediglich Fans spekulieren noch immer,
wann es denn nun erscheinen könnte. Um die Wartezeit zu überbrücken
und ein wenig von dem Geld wieder hereinzuholen, das Geffen Records
seit 1996 in die Produktion von „Chinese democracy“ gesteckt
hat, veröffentlichte das Label 2004 also eine Greatest Hits Zusammenstellung
der einst gefährlichsten Rockband der Welt. Die fünf Gründungsmitglieder
der Gruppe sträuben sich zwar gegen die Veröffentlichung,
vereinigen sich sogar, teilweise komplett zerstritten miteinander, vor
Gericht gegen die Plattenfirma um die Veröffentlichung zu stoppen,
können letztlich aber doch nichts dagegen tun. Wie immer bei Zusammenstellungen, ließe sich auch bei dieser ausführlich darüber streiten, welche Songs denn nun auf die CD gehören und welche nicht. Der erste Streitpunkt wäre in diesem Fall wahrscheinlich bereits, ob eine Einzel-CD überhaupt genügen würde. Prinzipiell kann zwischen einer „Best of“ und einer „Greatest Hits“ insofern unterschieden werden, dass eine „Best of“ eine subjektive Auswahl der besten Lieder einer Band beinhaltet, eine Greatest Hits dagegen die objektiv erfolgreichsten Single-Auskopplungen (A-Seiten), die unzweifelhaft die „Größten Hits“, wenn auch vielleicht nicht die besten Lieder sind. Die „Greatest Hits“ von Guns n’ Roses orientiert sich tatsächlich an den Single-Auskopplungen. Alle 14 enthaltenen Songs wurden als Single veröffentlicht. Die Auswahl müsste aber um „It’s so easy“, „Nightrain“ und „Estranged“ erweitert werden, um wirklich alle Singles zu umfassen. Das „It’s so easy“ fehlt könnte damit erklärt werden, dass diese Single tatsächlich die am wenigsten erfolgreiche der Band war, und noch nicht einmal in die Charts einstieg. „Estranged“ und „Nightrain“ dagegen waren beide erfolgreicher als „Welcome to the jungle“, und „Nightrain“ ist zudem als Teil der Eröffnungstriade von „Appetite...“ und als Opener der meisten Konzerte der „Use your illusion“ Welttournee ein echter Klassiker im Set der Band. „Nightrain“ müsste also selbst dann auf der Zusammenstellung vertreten sein, wenn man als Maßstab den faktisch messbaren Erfolg der Lieder als Single wählt. „Estranged“ wurde vermutlich aufgrund der Länge vom Album genommen, was einmal mehr die Diskussion speist, ob eine Doppel-CD nicht besser gewesen wäre. Sieht man von diesen Liedern ab, erfüllt die „Greatest Hits“ aber die Bedingungen einer „Greatest Hits“ Zusammenstellung, auch wenn sich die meisten Hörer wohl eher eine „Best of“ gewünscht hätten, die, möglicherweise auf zwei CDs, die besten Lieder der Band enthalten würde. |
Contraband (2004)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Weiland, Slash, McKagan, Kushner, Sorum (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Im Jahr
2002 spielten Slash, Duff und Matt gemeinsam auf einem Benefizkonzert
für den gerade verstorbenen Schlagzeuger Randy Castillo. Nach diesem
Auftritt beschlossen sie, eine neue Band zu gründen. Als Rhythmusgitarrist
sollte mit Izzy Stradlin ein weiterer Ex-Gunner in die Band aufgenommen
werden. Dieser zeigte sich auch durchaus nicht abgeneigt, stellte jedoch
die Bedingung, dass kein zusätzlicher Sänger eingestellt würden,
sondern Duff und er sich das Mikrofon teilen würden. Obwohl Slash
dieselben schlechten Erfahrungen mit Leadsängern gemacht hatte
wie Izzy, gefiehl ihm diese Idee nicht, und so schied Izzy als Kandidat
aus. An seiner Stelle wurde zunächst Keith Nelson von Buckcherry
angestellt, mit dem die Band den Song „Set me free“ für
den Hulk-Soundtrack schrieb, der später, im Jahr 2003, auch die
erste Veröffentlichung der Band wurde, dann allerdings bereits
in vollständiger Besetzung und ohne Nelson. Dieser wurde nämlich
kurz nach seiner Einstellung schon wieder durch Dave Kushner ersetzt,
der auch schon einmal für Loaded an der Gitarre stand. Mit diesem
Line-Up machte sich die Band auf die Suche nach einem Sänger. Der
erste Wunschkandidat war Scott Weiland von den Stone Temple Pilots,
mit dem Duff und Slash schon einmal zusammen bei einer Benefizveranstaltung
gespielt hatten. Dieser lehnte ein Angebot jedoch ab, da er noch Teil
der Stone Temple Pilots war. So durchliefen einige bekannte und weniger
bekannte Sänger ein Casting, bei dem jedoch kein passender Kandidat
gefunden werden konnte. Wenig später lösten sich die Stone
Temple Pilots auf und somit war plötzlich der Weg für Weiland
frei. Dieser hörte sich einige der Dinge an, die die Musiker mittlerweile
aufgenommen hatten, und trat der Band bei. Mit dem vollständigen
Line-Up machte sich die Band an die Aufnahmen zu einem Debutalbum. Zu
dieser Zeit machten Weilands Heroinprobleme nicht geringen Ärger,
besonders als er wegen fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss in
eine Rehabilitationsklinik eingewiesen wurde. Trotz dieser Komplikationen
konnten die Aufnahmen Anfang 2004 beendet, und das Album im Juni veröffentlicht
werden. Vorab steuerte die Band dem Soundtrack zum Film „The italian
job“ noch das Pink Floyd Cover „Money“ bei. Das Album beginnt stark mit „Sucker train blues“, einem klassischen Hardrocker, und macht mit „Do it for the kids“ gleich so weiter. Das erste ruhigere Stück ist die Single „Fall to pieces“, bei dem vor allem Slashs Gitarrenspiel hervorzuheben ist, das im Refrain fast ein bisschen an die legendäre Hook von „Sweet child o’mine“ erinnert. Davon abgesehen schwächelt das Album im Mittelteil etwas, wird dann zum Ende hin aber wieder deutlich stärker. Angefangen mit „You got no right“, das bis auf den verlängerten Refrain akustisch gespielt ist. Es folgt mit der Singleauskopplung „Slither“ der stärkste Track des Albums, eine starke Hardrock-Nummer, die durch Weilands Stimme ein wenig an die Stone Temple Pilots erinnert. Es folgt die letzte Single, „Dirt little things“, ebenfalls ein klassisches Hardrock-Stück, und mit „Loving the alien“ schließt das Album ab. Letzteres ist die einzige Ballade des Albums, und zudem ein letztes Highlight. Während Kushner eine akustische Rhythmusgitarre spielt, unterlegt Slash das Stück mit leichtem Spiel auf der E-Gitarre, liefert ein sehr schönes Solo ab, und verfällt im Refrain in ein Gitarrenspiel hoher Tonlage, das wiederum an „Sweet child o’mine“ erinnert, und mit dem Song und Album schließlich leise ausklingen. Überzeugt Slashs Gitarrenspiel wie üblich über das ganze Album, liefert er hier eine seiner ungewöhnlichsten, und gleichzeitig besten Leistungen dieses Albums ab. Das „Contraband“ mit besonders großen Erwartungen begegnet wurde, dürfte niemanden gewundert haben, schließlich wurden sie wahlweise als neue Super-Group, oder als eine Art Guns n’ Roses 2 hochgejubelt. Dazu kam der kleine MTV-Hype, den die Band dadurch erhielt, dass sie ihre Suche nach einem Sänger zu einer MTV Reality-Show werden ließen. Solchen überhöhten Erwartungen wird „Contraband“ naturgemäß nicht gerecht, aber nichsdestotrotz handelt es sich um in solides Hardrock-Album, mit einigen starken Stücken, keinem Überhit aber auch keinem Totalausfall. |
Like a dog (2005)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Im Jahr 2005 wurde ein Izzy Stradlin Album veröffentlicht, dass dieser 2003 aufgenommen hatte. Damals entschied er sich jedoch dafür, es nicht auf den Markt zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch bereits einige Promo-Versionen der CD "Like a dog" gepresst. Diese blieben so lange archiviert, bis eine Unterschriftenpetition mit rund 1000 Signaturen an Izzy übergeben wurde. Dieser beschloss daraufhin, die bereits gepressten Exemplare per Internet an seine Fans zu verkaufen. Dies brachte seinen Fans die Möglichkeit, das Album nicht nur als Bootleg, sondern als offizielles Album zu hören, und Izzy eröffnete es die Möglichkeit, seine Musik ohne viel Aufwand und Kosten über das Internet auf den Markt zu bringen. Und so wurden seine Alben fortan nur noch auf diese Weise unter die Fans gebracht. "Like a dog" steht mittlerweile, genau wie alle Alben seit "Ride on" (meist mit neuem Cover), auf iTunes zu kaufen. |
Miami (2007)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin |
Singles:
Videos:
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Die ausschließliche Internet-Veröffentlichung seines letzten Albums "Like a dog" schien Izzy Stradlin ganz gut gefallen zu haben. So gut, dass er sich entschied, seine kommenden Alben ebenfalls nur über das Internet zu vertreiben. "Miami" wurde daher im May 2007 als Download-Album veröffentlicht. Die Aufnahmen wurden Ende des Jahres 2006 gemacht, allerdings arbeitete die Band schon seit längerer Zeit an den Stücken. Nachdem die Aufnahmen zu den letzten Alben relativ schnell und spontan abliefen, ließen sich Izzy und seine Band für "Miami" mehr Zeit mit den Stücken und jammten länger. Diese lockerere Herangehensweise spiegelt sich auch in den 11 Stücken des Albums wieder. |
Libertad (2007)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Weiland, Slash, McKagan, Kushner, Sorum (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Der Möglichkeit, dass die Supergroup
Velvet Revolver ein zweites Album zustande bringen würde, räumten
Kritiker der Band, vor allem Kritiker des exzentrischen Frontmanns Scott
Weiland, von Anfang an keine allzu großen Chancen ein. Tatsächlich
schaffte es die Band aber alle Probleme in den Griff zu bekommen, und
so begannen Ende 2006 die Arbeiten am neuen Album. Für Weiland
war es das erste Mal seit den Aufnahmen zum Stone Temple Pilots Debut
„Core“, dass er vollkommen Drogenabstinent an einem Album
arbeitete. Ein wenig erfreulicher Grund dafür, dass er während
dieser Zeit nicht rückfällig wurde, war vermutlich der Drogentod
seines Bruders Michael, Anfang des Jahres 2007. Letztlich hielt aber
nicht einmal diese Erfahrung Weiland davon ab, wieder zu Drogen zu greifen.
Anfang 2008 fand er sich bereits wieder in einer Rehabilitationsklinik
wieder. Doch dazu kam es erst, nachdem das zweite Album der Band längst
auf dem Markt war. Auf den kreativen Prozess schien Weilands Abstinenz zu der damaligen Zeit auf jeden Fall keinen negativen Einfluss gehabt zu haben. Die Aufnahmen für „Libertad“ wurden in knapp drei Monaten eingespielt. Mit „For a brother“ und „Pills, demons & etc.“ behandeln zwei den Drogentod von Michael Weiland direkt, bzw. indirekt. Stilistisch lässt sich das Album auffällig in zwei Hälften teilen. Die erste, bestehend aus den ersten sechs Stücken, enthält alle drei Singleauskopplungen („She builds quick machines“, „The last fight“, „Get out the door“) und ist in einem schnellen, leicht zugänglichen Hardrock’n’roll Stil gehalten. Die zweite Hälfte, die Lieder 7-13, enthält dagegen etwas langsamere klassische Hardrock-Nummern. Nachdem nominellen Abschluss des Albums, „Gravedancer“, folgt überraschenderweise mit dem versteckten Bonus-Track „Don't drop that dime“ noch ein interessanter Country-Song. Musikalisch hebt sich „Libertad“ deutlich von „Contraband“ ab, indem es so scheint, dass der typische Hardrock-Klang des Debuts, der vermutlich in erster Linie von Slash, Duff und Matt in die Band gebracht wurde, auf dem Nachfolger ein wenig dem Alternative Rock Stil Weilands weicht. Dies erweckt den Anschein, dass die Fusion der Stile der beiden Bandteile auf „Libertad“ deutlich fortgeschritten ist, und Velvet Revolver damit ein ganzes Stück näher an einen eigenen Stil gelangt sind. Besonders deutlich wird dies im stärkeren ersten Teil des Albums, dessen lockere Hardrock’n’roll Stücke die stärksten Velvet Revolver Aufnahmen darstellen, und Lust auf mehr machen. Ein mögliches drittes Album, mit einem völlig ausgereiften eigenen Bandstil, hätte ein echter Höhepunkt werden können. Das es zu diesem dritten Album nicht mehr kommen würde, wurde am 20. März 2008 bei einem Konzert in Glasgow klar. Weiland verkündete auf der Bühne, offenbar ohne Absprache mit den anderen Gruppenmitgliedern, dass die aktuelle Tournee die letzte der Band sein würde. Am 01. April verließ er offiziell die Band und vereinte sich wenig später mit seinem alten Gefährten der Stone Temple Pilots. Das Projekt Velvet Revolver liegt damit zunächst wieder auf Eis, bis ein neuer Sänger gefunden. So bestätigten sich die Befürchtungen Izzy Stradlins, dass die Einstellung eines Leadsängers auf Dauer nichts Gutes für die Band verheißen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nun doch noch zu einer Vereinigung von Slash, Duff und Izzy kommt, liegt dadurch allerdings nicht höher, denn dies schloß Izzy bereits aus. |
Fire, the acoustic album (2007)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
Videos:
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Mit "Like a dog" und "Miami" legte Stradlin zuletzt zwei Alben vor, die sich wieder deutlich stärker in die Hard Rock Richtung frührer Zeiten entwickelten. Was lag da also näher, als noch im gleichen Jahr wieder das komplette Gegenteil zu liefern? Per E-Mail kamen Izzy und Timo Kaltia, zwei Freunde, die sich zuvor aus den Augen verloren hatten, nachdem Kaltia nach London zog, wieder in Kontakt. Gemeinsam hatten Kaltia und Stradlin die Musik zum Guns n' Roses Klassiker "Right next door to hell" geschrieben, und nun schrieben sie bei einem Wiedersehen die akustischen Gitarrenstücke "Box" und "Seems to me". Basierend darauf begann Izzy damit, ein komplettes akustisches Album einzuspielen. Dabei spielen er und Rick Richards Akustische und Slidegitarre, Taz Bentley spielt Schlagzeug und J.T. Longoria kümmert sich um Bass oder Percussions. Alle Lieder wurden dabei relativ spontan und ohne viel Probe und multiple Takes eingespielt. Entstanden ist ein akustisches Americana-Album, auf dem sich Rock, Folk, Country und Blues vermischen. |
Concrete (2008)
Bewertungen:
Verkaufszahl:
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Line-Up:
Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin |
Singles:
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Wenn man nicht wüsste, dass die Aufnahmen zu "Concrete" im Frühling 2008 stattfanden, würde man beim ersten Hören denken, dass es sich bei diesem neusten Album Izzy Stradlins um unveröffentlichtes Restmaterial der "Miami"-Sessions handelt. Zumindest strahlen die Lieder beider Alben das gleiche lockere Gefühl aus, den dem die Aufnahmen wohl auch entstanden sind. Leider bedeutet dies aber nichts besonders gutes, da schon "Miami" eher zu den langweiligeren Stradlin Alben gehörte. |
Chinese democracy (2008)
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Im
Jahr 2008 ist es endlich soweit. 15 Jahre nach dem letzte Studioalbum
der Band, 12 Jahre nachdem Axl die Arbeit an dem Album aufgenommen hat,
9 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Songs der neuen Band
und sieben Jahre nach dem ersten Live-Auftritt der neuen Band im Jahr
2001, als erstmals mit „Chinese democracy“, „Madagascar“
und „Street of dreams“ erste Songs des Albums vorgestellt
wurden, wird das lang erwartete Album endlich veröffentlicht. Guns n’ Roses bestehen Ende 2008 aus Axl Rose, Dizzy Reed, Robin Finck, Ron Thal, Richard Fortus, Tommy Stinson, Frank Ferrer, Brain und Chris Pitman. Auf der CD spielen jedoch noch weitere Musiker, und zudem wurde bei fast jedem Song auch mit digitalen Elementen gearbeitet. Die Stile der einzelnen Songs variieren zwischen Rockballaden, Hardrock und Industrial angehauchten Songs. Zu letzterem gehören „Shackler’s revenge“ und „Riad n’ the bedouins“, die auch gleich zu den schwächsten Liedern des Albums gehören. Kein richtiger Industrial, kein richtiger Hardrock und schon gar kein Metal, klingen sie mehr wie ein überproduziertes Durcheinander. Diese Überproduktion zieht sich durch das gesamte Album, und zieht einige der Songs doch recht deutlich herunter. In fünf der 14 Lieder wurde ein Orchester eingearbeitet, auf 10 Lieder spielen vier oder mehr Gitarristen gleichzeitig, was zwar einen eindrucksvollen Klangteppich erzeugt, dass streckenweise virtuose Spiel der einzelnen Musiker jedoch fast vollkommen untergehen lässt. Ohne digitale Elemente kommt keiner der Songs aus, größtenteils werden selbst die Gitarren und Schlagzeug Teile digital noch einmal prozessiert, was die Verwirrung der Gitarren komplett macht. Dies ist gerade deshalb so schade, da mit Ron Thal, Buckethead und Robin Finck gleich drei Potentielle Lead-Gitarristen, und mit Ron Thal und Buckethead vor allem auch zwei sehr avantgardistisch innovative und außergewöhnliche Spieler Teil der Band sind, deren Spiel deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als es ihnen in einem Teppich aus drei bis fünf Gitarren zu Teil werden kann. Da die Band mit Frank Ferrer, und vor allem Ex-Primus Mitglied Brain zwei hervorragende Schlagzeuger besitzt, sollte man denken, dass die Produktion wenigstens ohne Drum-Machines auskommt, doch nicht einmal das ist der Fall. In Chris Pitman, der offiziell als zweiter Keyboarder neben Dizzy angestellt ist, hat Axl wohl auch einen Bruder im Geiste gefunden, was das Ausnutzen der technischen Möglichkeiten angeht. Die beiden setzen so ziemlich alles ein, was sich in einem modernen Musik-Studio finden lässt, um die Songs möglichst pompös, aufgeblasen und bombastisch wirken zu lassen. Leider gehen dabei fast alle Feinheiten verloren, welche die beiden über die Jahre in die Songs eingearbeitet haben. Möglicherweise sind die beiden noch in der Lage, alles wieder herauszuhören, was sie hineingesteckt haben, wer aber nicht genau weiß, worauf er achten muss, ist hoffnungslos verloren. Einige Ausnahmen sind der Titeltrack „Chinese democracy“ und „Catcher in the rye“, zwei Songs, die relativ unverfälscht als klassische Hardrock-Nummern durchgehen und „Street of dreams“, das stark an die Epen um die Trilogie „Don’t cry“, „November rain“ und „Estranged“ erinnert, die Axl für „Use your illusion“ geschrieben hat. Doch selbst dieses Lied klang in der relativ rohen Live-Version noch besser, als es nun mit klassischen und synthetischen Orchesterelementen auf der CD klingt. „Better“ fällt ebenfalls noch in die Kategorie Hardrock, auch wenn das Intro eher überflüssig ist. Zuletzt wäre noch „This I love“ zu nennen, eine Ballade, deren große Schwäche einmal mehr die Überproduktion mit klassischen und synthetischen Orchesterelementen, digitalen Manipulationen, Bläsern und einem Chor ist, die alle irgendwie ineinander verwoben sind, und somit ineinander untergehen. „Prostitute“, „I.R.S.“, „If the world“, „There was a time“ und „Madagascar“ sind allesamt ambitioniert, klingen aber, wie das ganze Album, als wollten sie mehr sein, als sie sein können. Bei letzterem seid zudem angemerkt, dass sich wohl niemandem der Sinn der Sample-Kollage im Song erschließt, die sich aus Reden von Martin Luther King und Szenen der Filme „Sieben“, „Braveheart“, „Casualties of war“ und „Mississippi burning“ zusammensetzt. Die Musik kann also trotz dem unbestritten großen Können der Einzelmusiker nicht überzeugen, da keiner der Künstler in den gewaltigen Klangteppichen der einzelnen Songs so richtig zur Geltung kommen kann. Erstaunlicherweise überzeugen aber noch nicht einmal die Texte völlig, an denen Axl nun 15 Jahre gearbeitet hat. Vergleicht man die Texte der aktuellen Songs mit den Frühwerken Axls, fragt man sich unweigerlich, ob er in den letzten Jahren nicht ein bisschen zuviel Zeit mit der Studiotechnik, und zu wenig mit Stift und Papier verbracht hat. „Chinese democracy“ ist unter keinen Umständen ein schlechtes Album. Dafür ist es allein viel zu ambitioniert produziert. Allerdings ist es auch nicht das „größte Rockalbum aller Zeiten“, das Axl uns über all diese Jahre versprochen hat, denn dafür ist es zu ambitioniert produziert. Die größte Stärke des Albums ist also gleichsam seine größte Schwäche. Alle 14 Titel besitzen ein starkes, solides Fundament, auf dem problemlos großartige Songs hätten aufgebaut werden können. Leider will Axl aber bei fast jedem Song zu hoch hinaus, und überlädt sie daher mit einer solchen Masse an Klängen und Effekten, dass sie am Ende nach allem und nichts klingen. Durch diese Überproduktion geht leider zuviel verloren, und so ist „Chinese democracy“ zwar ein ambitioniertes, und innovatives Album, aber eben nicht der große Klassiker, auf den wir alle viel zu lange gewartet haben. |
Sick (2009)
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Musik & Texte: McKagan, Reading, Rouse, Squires (Ausnahmen sind angemerkt) |
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Nachdem Scott Weiland im April 2008 Velvet Revolver offiziell verließ, stand die Band einmal mehr ohne Sänger da, und begab sich in eine Auszeit. In dieser müssen sich die verbliebenen Musiker nun nach anderen Beschäftigungen umsehen, und Duff nutzte die Pause, um Loaded noch einmal wiederzubeleben. Vom "Dark days" Line-up ist dabei lediglich Schlagzeuger Goeff Reading verblieben, während Bassists Jeff Rouse anno 2001 noch als Session-Musiker für die Band tätig war. Gitarrist Mike Squires stieg damals für die anstehende Tour ein, und wird damit nun mit einem festen Platz in der Band belohnt. |
Smoke (2009)
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Musik und Texte: Stradlin |
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Da die Veröffentlichungen Izzys zuletzt leider etwas von seiner sonst so typischen Inspiration und Abwechslung eingebüßt hatten, konnte man nur mit gemischten Gefühlen auf seine neuste Veröffentlichung warten. Die Spannung stieg, als zwischen der Ankündigung des neuen Werks und der eigentlichen Veröffentlichung volle neun Monate vergangen. Dies mag im Musikgeschäft zwar nichts völlig ungewöhnliches sein, doch Izzy schaffte es auch schon, ein Album einen knappen Monat nach seiner Ankündigung vorzulegen. Im Dezember war es dann aber soweit, und Fans durften sich einen Eindruck des neusten Werks des Künstlers machen. |
R&fn'R (2010)
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Gerüchte zu einem angeblich anstehenden Slash Solo-Album gab es schon seit Jahren immer wieder. Erhärtet wurden sie letztlich 2007, als Slash in seiner Autobiografie davon schrieb, dass er eine Slash & Friends CD mit unterschiedlichen Sängern plane. Die Vervollständigung dieses Projekts sollte letztlich noch über zwei Jahre dauern, doch im April 2010 stand die CD endlich in den Plattenläden. Mit den geladenen Gästen geht Slash dabei kein Risiko ein: Alte Guns n' Roses Weggefährten (Izzy, Duff und sogar Steven), Metal-Legenden (Ozzy, Iggy, Lemmy und Alice) sowie jüngere Rockstars geben sich das Mikro in die Hand. Überraschen dürfte höchstens das Auftreten der Sängerinnen Fergie und Nicole Scherzinger von den Black Eyed Peas bzw. Pussycat Dolls. Als zumindest Genre-Fremd kommt die Rap-Kombo Cypress Hill dazu, wobei diese auch schon seit über 10 Jahren mit Rap / Hard rock Crossovern experimentiert. Die Kompositionen des Albums stammen allesamt von Slash selbst, während die Sänger lediglich ihre Texte selbst verfassten. Nominell sieht das Album somit sehr vielversprechend aus. Leider kann die Musik nicht halten, was die Namen versprechen. "R&fn'r" ist auf keinen Fall ein schlechtes Album, aber es ist leider auch kein Rock-Klassiker geworden. Die Songs sind allesamt solide Kompositionen, warten allerdings mit keinerlei Überraschungen oder Aussergewöhnlichkeiten auf. Slash liefert wie üblich ein souveränes Gitarrenspiel und einige gelungene Solos ab, doch selbst in diesem Bereich bleibt das Album hinter den Erwartungen zurück. Es ist vielleicht bezeichnend, dass der stärkste Song der instrumentale Jam "Watch this" ist, auf dem Slash, Duff (Bass) und Foo Fighters Sänger/Gitarrist, bzw. Nirvana Schlagzeuger Dave Grohl (Schlagzeug) zu hören sind. Das melodische "By the sword" mit Wolfmother Sänger Andrew Stockdale fällt ebenfalls auf, da es sich sowohl durch die ruhigere Melodie, wie auch durch Stockdales heulenden Gesang vom klassischen Hard rock der restlichen Songs abhebt, ebenso das akkustische "Saint is a sinner too" mit Rooco deLuca. Mit etwas mehr Groove präsentieren sich schließlich die beiden letzten Bonus Tracks auf der Deluxe Edition der CD: "Baby can't drive" mit Alice Cooper, Nicole Scherzinger, Flea und Steven Adler und die Coverversion von "Paradise city" mit Cypress Hill und Fergie. Der Song, der zunächst wie ein klassischer Rapmetal Song von Cypress Hill beginnt, verliert später einiges durch Fergies Strophen, wobei hier angemerkt sein sollte, dass dies nicht unbedingt eine Abwertung von Fergies Leistung sein soll. Im Gegenteil: Die Popsängerin, die bei den Black Eyed Peas und als Solokünstler eigentlich eher als Augen- denn als Ohrenschmaus fungiert, liefert einen überraschend starken Rockgesang ab. Zum Verhängnis wird ihr vielmehr, dass "Paradise city" nun einmal auch eine der stärksten Gesangsleitungen des damals noch jungen und stimmlich überragenden Axl Rose ist, und die gesungenen Worte dadurch, mit jeder anderen Stimme vorgetragen, nicht so richtig ins Ohr wollen. Auch die Reduzierung der Melodie des Klassikers zugunsten einer rapfreundlicheren Rhythmusbetonten Version tut dem Lied nichts gutes. Die verbleibenden Nummern gehen leider genauso leicht ins Ohr, wie sie auch wieder hinauskommen. Wirklich viel bleibt nicht hängen. Durch die Erfahrung und das Können der beteiligen Musiker handelt es sich jedoch bei allen Tracks zumindest um souverän und routiniert vorgetragene Rocknummern, so dass das Album zumindest nicht als Fehlschlag abgetan werden muss. |
LIVE IN MANCHESTER - 3 JULY 2010 (2010)
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Tracklist CD1:
Tracklist CD2:
Musik und Texte: Jeder Song wie zuvor erwähnt (Ausnahmen sind angemerkt) |
Singles:
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Im vergangenen Jahr veröffentlichte Slash, der sich selbst immer lieber als Musiker im Hintergrund, denn als Bandleader sah, endlich sein erstes "Solo"-Album. Mit einem Blick auf die Liste der Gastmusiker dürfte klar sein, warum das Wort Solo in Anführungszeichen stehen muss. Anfang des Jahres 2010 ging Slash dann auch auf eine kleine Tournee, um sein Album zu promoten. Von den Musikern des Studio-Albums ist allerdings lediglich Sänger Myles Kennedy von Alter Bridge übrig geblieben. Die Anderen Gastmusiker schauen nicht vorbei (zumindest nicht beim Konzert, dass für die CD-Veröffentlichung aufgezeichnet wurde), und auch die Band wurde wegen verschiedenen anderen Verpflichtungen von Chris Chaney und Josh Freese ausgetauscht. Zum Konzert in Manchester fand sich dann auch das neue mobile Studio Abbey Road Live Here Now ein, das aus einer Fusion von den berühmten Abbey Road Studios und den Pionieren der modernen mobilen Aufnahmetechnik, Live Here Now und DiscLive, entstanden ist. Ihre Aufgabe ist das aufnehmen und gleichzeitige Mixen von Konzerten, so dass die fertige CD in Top-Qualität, unmittelbar nach Ende des Konzertes, bereits an die Besucher verkauft werden kann. In diesem Fall wurde die Verfügbarkeit letztlich auf 1200 CDs und einen YouTube Live-Stream beschränkt. Nach dieser kurzen Einführung sollte zunächst gesagt werden: An der Qualität der Aufnahmen gibt es, wie schon bei anderen Konzertaufnahmen der Firma, tatsächlich nichts auszusetzen. Gleiches gilt für die Musiker und die Setlist des Abends. Letztere besteht aus einer Mischung von Guns n' Roses, Snakepit, Velvet Revolver und Slash Liedern, dazu ein Alter Bridge und ein Led Zeppelin Cover. Die Band spielt die Songs routiniert ab, und auch Slashs Gitarrenspiel ist gewohnt gut, wenn auch leider mit wenigen Überraschungen, was seine Solos angeht. Dies gilt auch für sein ausführliches Solo (wie üblich in Verbindung mit dem Godfather-Theme und übergehend in "Sweet child o'mine"), das eben gewohnt gut, aber leider nicht außergewöhnlich ist. Positiv überrascht Sänger Myles Kennedy, der zwischenzeitlich auch als neuer Velvet Revolver Frontmann gehandelt wurde, diese Position aber ablehnte. Das Wort "überrascht" soll in diesem Zusammenhang nicht andeuten, dass man von ihm keine gute Darbietung erwarten würde, sondern, dass er die Aufgabe, große Klassiker von Guns n' Roses wiederzugeben, sehr gut meistert. Bei den Guns n' Roses Nummern hat man als Hörer das Gefühl, Kennedy versucht Axl Roses unverkennbaren Gesang möglichst genau zu imitieren. Würde es sich hier um neue Aufnahmen unter dem Guns n' Roses Banner, aber eben ohne Axl handeln, würde man ihm dieses kopieren möglicherweise vorwerfen, da er hier aber lediglich als Ersatz für die alten Aufnahmen agiert, sorgt diese Imitation dazu, dass die Songs im, dem Ohr vertrauten, Klang gespielt werden, was letztlich das ist, was man sich von einem Konzert erwartet. Insgesamt haben wir es hier also mit einer Konzertaufnahme zu tun, die in einer gelungenen Auswahl die gesamte abwechslungsreiche Karriere von Slash wiederspiegelt, das ganze in guter Klangqualität und mit guten Musikern. Wo liegen nun die Schwächen der CD? Letztlich in der zu routinierten und uninspirierten Wiedergabe der Lieder. Die einzelnen Lieder werden so gespielt, wie man es von den Studio-Aufnahmen kennt. Das ist zwar handwerklich sehr gut, als Hörer kann man sich dann aber eben auch die Studio-Alben anhören. Der Anspruch an eine Live-Aufnahme ist nicht, eine möglichst genaue Kopie der Studio-Version zu bekommen, sondern leicht veränderte Variationen der Lieder, und wenn diese Variation auch nur darin besteht, dass sich Live auf der Bühne eine besondere Dynamik zwischen den Mitgliedern der Band und/oder dem Publikum entwickelt, was sich dann in der Darbietung niederschlägt. Und hieran mangelt es leider bei dieser CD. Nicht einmal die Gitarrensolos von Slash unterscheiden sich, abgesehen von einzelnen Noten, von den bekannten Versionen. Insofern bekommen die Fans, die das Konzert in Manchester tatsächlich besucht haben, eine schöne Erinnerung an den Abend, die anderen eine gewöhnliche Live-Aufnahme von einigen sehr guten Stücken. |
Wave of heat (2010)
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Zusätzliche Musiker:
Tracklist:
Musik und Texte: Stradlin |
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Ein neues Jahr - ein neues Izzy Stradlin Album. Mittlerweile kann man das wirklich so stehen lassen. Während Axls Version von Guns n' Roses ein Album in 15 Jahren veröffentlicht, und die restlichen ehemaligen Bandmitglieder bei Velvet Revolver wieder einmal ohne Sänger dastehen, schreibt, komponiert und veröffentlicht Izzy ein Album nach dem Anderen. Dabei wird er von der üblichen Band mit Rick Richards, JT Longoria und Taz Bentley unterstützt. Dazu, auch das nichts neues, schaut auch Duff mal bei den Aufnahmen vorbei und spielt auf einem Lied ("Job") den Bass. Betrachtet man die Aufnahme-Historie von Izzy, so scheint es recht eindeutig, dass diese Produktivität unmittelbar damit zusammenhängt, dass er sich, seit er seine CDs selbst über das Internet (iTunes) veröffentlicht, dem Druck der Musikindustrie entzogen hat. Kein Druck, irgendwelche Aufnahmetermine einzuhalten, keine Promotermine, keine Tourneen... einfach schreiben und aufnehmen, wann immer es gerade passt. Wie auch bei den letzten Izzy CDs, handelt es sich auch bei "Wave of heat" um 10 klassische Rocknummern. Keine Überraschungen und nichts außergewöhnliches. Und somit sind wir auch gleich bei der Kritik des Albums. Es gibt eigentlich keinen zwingenden Grund, sich "Wave of heat" zu kaufen. Die CD ist zwar nett, um sie im Hintergrund laufen zu lassen - unaufregend, entspannt aber rockig - aber es gibt kein Lied, das in irgendeiner Form heraussticht oder besonders auffällt. Vielleicht gefällt die Eingängigkeit von "Waiting for my ride" oder "Way it goes", dem besten Song des Albums, aber das war es dann auch schon. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass es genau diese Unaufgeregtheit und innere Ruhe ist, die Izzy zu den Aufnahmen inspiriert. In den entspannten und einfachen Arrangements spiegelt sich die Ruhe wieder, die Izzy mittlerweile als Independent-Musiker erreicht hat, und insofern könnte "Wave of heat" letztlich genau das sein, was Izzy selbst aufnehmen und veröffentlichen wollte. Die Verkaufszahlen dürften ihm ebenfalls egal sein. Und so sind letzlich alle zufrieden: Izzy mit seiner künstlerischen Freiheit und seinen erdigen Rockalben der letzten Jahre, der alte Gn'R-Fan einfach aus Prinzip mit einer neuen Izzy-CD, und der normale Fan der Rockmusik damit, dass er die CD weder kennt noch kauft, und damit auch nicht wirklich etwas verpasst. |
The taking (2011)
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Line-Up:
Tracklist:
Musik und Texte: McKagan, Rouse, Squires, Carpenter |
Singles:
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Da es weiterhin keine Neuigkeiten zum offenen Posten des Velvet Revolver Sängers gab, konnte Duff sich auch nach der Veröffentlichung des Loaded Albums "Sick" auch weiterhin voll auf seine eigene Band konzentrieren. Und als wenn er dies bereits geahnt hätte, begann die Gruppe schon während der Tour zum Album "Sick" mit dem schreiben neuer Lieder. Dabei musste die Band den Abgang von Schlagzeuger Geoff Reading verkraften, der wie Mike Squires und Jeff Rouse schon seit den "Dark days" Tagen Mitglieder der Gruppe ist, anders, als die beiden Letztgenannten, sogar als Vollmitglied, und nicht nur als Studiomusiker. Ersetzt wurde er duch den gerade einmal 31 jährigen Isaac Carpenter, der unter Anderem für Gosling und Rev Theory spielte. |
Made in Stoke 24/7/11 (2011)
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Tracklist CD1:
Tracklist CD2:
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Singles: Videos: |
Slash wartet 2011 mit einem neuen Live-Album auf. Dabei gab es doch erst 2010 ein solches, und seitdem wurde keine neue Musik veröffentlicht. Weder Solo, noch mit Velvet Revolver. Warum ist "Made in Stoke" also notwendig? Nun, notwendig ist es nicht wirklich, aber es hat doch einen Sinn: Zum einen war "Live in Manchester" noch auf 1200 physische Exemplare limitiert. Davon abgesehen bot es dann zwar eine gute Trackliste und Klangqualität, litt jedoch unter der Darbietung der Musiker, die zwar gut und fehlerfrei, jedoch zu routiniert und leblos klang. Es fehlten die Dynamik und die rohe Energie, die eine gute Live-Aufnahme von den klinischen Studioaufnahmen unterscheiden sollten. Möglicherweise sah Slash das ähnlich, denn mit "Made in Stoke" liefern er und seine Band uns ein deutlich besseres Ergebnis. Der Klang ist ebenso gut wie bei "Live in Manchester", die Abmischung möglicherweise sogar noch etwas besser. Die Auswahl der Titel ist um zwei Lieder erweitert worden und die Band klingt insgesamt deutlich frischer. Sie bietet eben genau die Dynamik und Interaktion zwischen Musikern und Publikum, die sie auf der letzten Aufnahme noch vermissen ließen. Besonders schlägt sich dies in Slashs "Godfather" Gitarrensolo nieder, das gleich viel mehr Spaß macht. Und auch Myles Kennedy kann einmal mehr kein Vorwurf gemacht werden. Er liefert bei den Guns n' Roses Klassikern eine absolut überzeugende Darbietung ab. Somit kann die Veröffentlichung von "Made in Stoke" eindeutig gerechtfertigt werden. Es macht Spaß das Konzert zu hören, und es ist eine willkommene Überbrückung, bis es endlich wieder neues Material gibt. Sei dies ein zweites Soloalbum oder ein neues Album von Velvet Revolver. |
Last Update: 02.02.2012